Am von Kirsten Gierse-Westermeier

Japanische Rinder aus dem Sauerland

Mit der Marke „Wagyu Sauerland“ erfüllen sich Christoph Willeke und Katrin Schütz den Traum vom eigenen Hof. Bereits in drei Jahren wollen sie ein Tier pro Woche an Endkunden vermarkten.

Dieser Beitrag erschien zuerst in der top agrar 10/2020.

Landwirtschaft neu denken ohne Angst vor großen Herausforderungen. So lässt sich der Einstieg in die Wagyu-­Zucht von Katrin Schütz und Christoph Willeke wohl am besten beschreiben. Was mit einer fixen Idee begann, hat sich innerhalb von zwei Jahren zu einer bekannten Marke ent­wickelt.

(Bildquelle: f3)

Unter dem Namen „Wagyu Sauerland“ züchtet und vermarktet das Paar die ursprünglich aus Japan stammenden Rinder. Damit erfüllen sie sich nicht nur selbst den Traum von einem eigenen landwirtschaftlichen Betrieb, sondern bieten auch Berufskollegen eine Perspektive (siehe Zusatzinfo „Jeder das, was er kann“).

Barbecue brachte die Idee

Christoph Willeke und Katrin Schütz stehen auf ihrer Terrasse in Arnsberg-­Wennigloh (Nordrhein-Westfalen). Unmittelbar an ihren Garten grenzt die Weide an, auf der eine Gruppe von ­Wagyus liegt und entspannt wiederkaut. Die Herde umfasst inzwischen rund 40 Kopf. „Wagyu heißt übersetzt Japanisches Rind“, erklärt Willeke und beobachtet die schwarzen Rinder.

Bei einem Barbecue habe ich den Farmer über die Rasse ausgefragt und konnte auch gleich das Fleisch probieren.

Christoph Willeke

Die Rasse hat er vor vier Jahren in Australien kennengelernt. Der 32-Jährige arbeitete dort nach seinem Agrarstudium als Erntehelfer. Auf der Nachbarfarm standen die ihm bis dato unbekannten Rinder. „Bei einem Barbecue habe ich den Farmer über die Rasse ausgefragt und konnte auch gleich das Fleisch probieren“, erinnert sich der gelernte Landwirt. Er war begeistert. Nicht nur die Fleischqualität überzeugte ihn, sondern auch das ruhige und umgängliche Gemüt der Tiere.

Zurück in Deutschland investierte Willeke rund 10 000 € in Wagyu-­Embryonen und ließ sie auf dem Milchviehbetrieb seines Vaters austragen. „Ich hatte zu dem Zeitpunkt noch keine Idee, was ich mit den Tieren machen will“, gesteht er und grinst. „Aber ich hatte ja neun Monate Zeit, um mir einen Plan zu machen.“

Ideenschmiede

Christoph und Katrin hatten das Glück, eine Hofstelle zur Pacht zu finden. (Bildquelle: Gierse-Westermeier)

Und genau das taten er und seine Partnerin Katrin Schütz. Es entstand die Idee, mit „Wagyu Sauerland“ eine eigene Marke zu kreieren. „Unser Ziel war und ist, eine Nische zu besetzen und Landwirtschaft anders zu denken“, erklärt Schütz. Die 30-Jährige hat ebenfalls Agrarwissenschaften studiert. Ihre anschließende Weiterbildung zur Grafikdesignerin kommt dem Paar bei ihren Plänen zugute: „Wir können alles selbst...