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Katja Riem

Junglandwirtin mit eigenem Wein

Was treibt junge Agrarstudenten und Hofnachfolger um? Wie viel Unternehmertum und Tatendrang steckt in ihnen, wo gibt es Probleme? Wir haben uns in der Praxis bei Agrarstudenten aus der Schweiz umgehört. Winzerin und Landwirtin Katja Riem blickt positiv in die Zukunft der Landwirtschaft. Sie wird bald den elterlichen Betrieb übernehmen.

Dieser Beitrag ist zuerst beim LANDfreund erschienen.
«Mein Vater hat schon als Kind immer zu uns gesagt: Wenn ihr den Geschäftsbericht unserer Weinkellerei lest und die Zahlen studiert, gibt es einen Preis», sagt Landwirtin und Winzerin Katja Riem. Das unternehmerische Denken hat die Agrarstudentin aus dem Schweizer Ort Kiesen bei Bern von ihrem Vater früh in die Wiege gelegt bekommen. Die 24-Jährige hat schon eigene unternehmerische Schritte gewagt: Gemeinsam mit ihrer Schwester und Freunden hat sie ein eigenes Wein-Start-up namens «Les Vignerons de Berne» aufgebaut. Auf ihrem knapp 1 ha großen Rebberg in Bern wachsen verschiedene Trauben. Der daraus hergestellten Wein hat offenbar den Geschmack junger Konsumenten getroffen.
Das unternehmerische Denken hat die Agronomiestudentin von ihrem Vater früh in die Wiege gelegt bekommen.
Auszug
An Zahlen und wirtschaftlichen Entwicklungen auf dem familiengeführten Betrieb war die Landwirtin schon immer interessiert. «In die Zahlen bin ich ziemlich gut involviert», sagt sie und habe deshalb auch im Studium die Vertiefung Wirtschaft gewählt. Die 150 Jahre alte, ebenfalls familiengeführte Weinkellerei Riem, Daepp & Co. AG beschäftigt 23 Angestellte. Insgesamt handeln sie dort rund 400 verschiedene Weine und füllen wöchentlich etwa 15 000 Einheiten ab. Neben eigenem Wein wird auch Wein aus Italien, Frankreich und Spanien gehandelt. Nach dem Studium will die Winzerin in den Betrieb einsteigen. Schließlich gibt es immer etwas zu tun. «Aktuell bauen wir einen neuen Weinladen für Privatkunden. Dort helfe ich viel mit. Wir hatten sonst vor allem Gastronomiekunden und richten uns damit gezielt an Privatleute, indem wir Verkostungen und den Direktverkauf anbieten.»
Nebst der Weinkellerei führt Familie Riem einen Landwirtschaftsbetrieb mit rund 40 ha und Schweinemast. «Es ist relativ klar, dass ich die Landwirtschaft übernehme. Aber welche Position ich in der Weinkellerei einnehme, wird sich zeigen», so die 24-Jährige. Sie könnte sich die Geschäftsführung gemeinsam mit ihrem Cousin und mit Unterstützung ihrer Schwester vorstellen. Bis zur Hofübernahme in den nächsten zehn Jahren will Katja aber noch mehr von der Welt sehen. «Ich würde gerne ins Ausland gehen, für einige Monate nach Südafrika oder Neuseeland, und mir Weinbau und Landwirtschaft vor Ort anschauen. Dort möchte ich neue Ideen für den eigenen Betrieb finden.»

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Als Junglandwirtin ist es Katja ein Anliegen, der jungen Generation Gehör zur verschaffen. Deshalb ist sie politisch sehr engagiert und lässt sich bei den kantonalen Bezirkswahlen aufstellen. «Meine politischen Themen sind vor allem Landwirtschaft, KMU, Gewerbe und alle Wirtschaftsthemen», sagt die junge Agronomin.
Unsere f3-Volontärin Anne war für vier Wochen in der Schweiz. Vor Ort hat sie landwirtschaftliche Betriebe besucht, mit Junglandwirten gesprochen und Ausschau nach innovativen Nischen gehalten. Mehr findet ihr auch auf unserer Themenseite:


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