Am von Eva Piepenbrock

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dena-Leitstudie Klimaneutralität

Klimaneutralität: ein weiter Weg für alle Sektoren

Die Deutsche Energie-Agentur (dena) hat die Studie „Aufbruch Klimaneutralität“ veröffentlicht. Sie zeigt vor allem, wie groß die Herausforderungen für die Sektoren Energie, Industrie, Verkehr und Gebäude sind, um klimaneutral zu wirtschaften. f3 hat auch die Stellen der Studie herausgestellt, in denen die Landwirtschaft genannt wird.

Die Deutsche Energie-Agentur (dena) hat am gestrigen Donnerstag den Abschlussbericht der Studie „Aufbruch Klimaneutralität“ veröffentlicht. Zehn wissenschaftliche Institute, mehr als 70 Unternehmen und ein 45-köpfiger Beirat aus Wissenschaft, Politik und Gesellschaft haben ihre Expertise eingebracht. Sie haben untersucht, welche Technologiepfade aus heutiger Perspektive realistisch sind und welche Rahmenbedingungen es braucht, um diese bis 2045 in einem integrierten klimaneutralen Energiesystem in Deutschland zu realisieren. Dabei wurden Lösungssätze und CO2-Reduktionspfade für einzelne Sektoren analysiert und identifiziert. Der Landwirtschaftssektor wird in der dena-Leitstudie zwar nicht explizit modelliert, sondern gemeinsam mit dem sogenannten „LULUCF-Sektor“ (Landnutzung und Forstwirtschaft) behandelt. Dennoch enthält die Studie interessante Blickwinkel auf den Sektor.

Sektorspezifische Ziele werden vorerst nicht erreicht – Gesetze verhindern Dynamik

Andreas Kuhlmann, Vorsitzender der dena Geschaeftsfuehrung (Bildquelle: Thomas Koehler/photothek.de)

Andreas Kuhlmann, Vorsitzender der Geschäftsführung der dena, formuliert ein Ergebnis der Analyse so: „Energiewende und Klimapolitik müssen besser organisiert, das historische Klein-Klein der vergangenen Jahre überwunden werden. Es bedarf einer grundlegenden Veränderung der Herangehensweise an diese Jahrhundertaufgabe. Gelingt uns dieser ‘Aufbruch Klimaneutralität‘, werden wir in der Lage sein, die gesetzlich verankerten Ziele für 2030 zu erreichen. Auch Klimaneutralität im Jahr 2045 kann dann eine erreichbare Perspektive sein.“
Energiewende und Klimapolitik müssen besser organisiert, das historische Klein-Klein der vergangenen Jahre überwunden werden.
Andreas Kuhlmann
Er weist darauf hin, dass die sektorspezifischen Ziele für die unmittelbar anstehenden Jahre  allerdings mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht erreicht werden. Zuviel sei liegen geblieben in den vergangenen Jahren. Dessen solle sich die neue Bundesregierung bewusst sein. Er sagte: „Die gegenwärtigen gesetzlichen Regelungen stehen einem zielorientierten effizienten Handeln entgegen und verhindern so die notwendige Dynamik.“

Administrative Infrastruktur derzeit Hauptblockade für Aufnehmen neuer Dynamik

Neben Strom aus erneuerbaren Energien müssten auch gasförmige und flüssige Energieträger erschlossen werden. (Bildquelle: Farina Schildmann, Landwirtschaftsverlag GmbH)

Um Klimaneutralität zu erreichen, ist den Studienmachern zufolge aus technologischer Betrachtung eine Vier-Säulen-Strategie erforderlich:
  • Die Erhöhung der Energieeffizienz in allen Verbrauchssektoren,
  • eine breite und deutlich beschleunigte Elektrifizierung der Anwendungsbereiche,
  • wobei neben Strom auch erneuerbare gasförmige und flüssige Energieträger und Rohstoffe benötigt werden.
  • Ausbau vorhandener und Erschließung neuer natürlicher und technischer CO2-Senken. Darunter versteht man Ökosysteme, die CO2 dauerhaft aufnehmen bzw. speichern wie beispielsweise Moore, Böden, Wälder und Meere. Das sei wichtig, weil sich nicht alle Emissionen vermeiden lassen werden, vor allem in der Landwirtschaft und der...