Am von Dierk Jensen

Kollege Roboter

Der dänische Agrar-Roboter „Farmdroid“ kann selbstfahrend Rüben, Raps oder Rote Bete säen und hacken. Durch erste Praxiseinsätze möchte er sich nun auch in Deutschland beweisen.

Dieser Artikel ist zuerst erschienen im bioland-Fachmagazin Ausgabe 5/2020.

Auf einem Feld südlich der dänischen Grenze drehen sich viele große Windmühlen behäbig im Wind. Die Sonne scheint klar und der „Farmdroid“ dreht stumm seine Bahnen. Und zwar sehr langsam, mit rund einem Kilometer pro Stunde. So ist von Weitem kaum wahrnehmbar, ob sich die selbstfahrende Sämaschine mit der Solaranlage on top tatsächlich fortbewegt. Aber von Nahem erkennt der Beobachter dann doch: Der Roboter fährt und sät Rüben und zwar immer gerade, nie kurvig; auch Richtungswechsel macht er nie kreisend, sondern nur eckig. Er dreht sich im Stehen per Funksignal in die gewünschte Richtung.

Finn Johannsen und Christian Andresen gehen hinter dem sechsreihigen Säe-Roboter mit einer Arbeitsbreite von drei Metern in die Knie. Sie greifen mit ihren Händen vorsichtig in den sandigen, sehr trockenen Boden. „Guck, hier liegt ein Rübenkorn und da das zweite“, sagt Christian und misst den Abstand mit dem Zollstock nach. „Passt genau, alle 20 Zentimeter legt der Farmdroid die Körner ab.“

Säen und Unkraut bekämpfen in Einem. Der Farmdroid macht es möglich. (Bildquelle: Jensen)

Unkraut bekämpfen mit einem Stahldraht

Die beiden sind zufrieden, macht der Roboter doch das, was er vorgegeben bekommen hat. Der rund 800 Kilogramm schwere Roboter hat im April rund 20 ha auf zwei – im Übrigen nicht eingezäunten - Schlägen gesät; danach wurde er mit wenigen Handgriffen umgebaut, um nach der Saat sofort mit dem Hacken der Fläche zu beginnen. Wobei das Wort Hacken etwas irreführend ist, weil der Farmdroid Gräser und Beikraut im engeren Sinne nicht hackt, sondern stattdessen mit einem Stahldraht wegschneidet. Das macht er sowohl in der Reihe als auch zwischen den Reihen. Und zwar bis zu einem Abstand von nur einem einzigen Zentimeter zur Kulturpflanze. Obschon alles noch im Testmodus läuft, sind Bioland-Landwirt Finn und sein Schwager Christian, Geschäftsführer der Solar-Energie Andresen GmbH im nordfriesischen Sprakebüll durchaus zuversichtlich.

Chrisitan Andresen vertreibt mit seinem mittelständischen Unternehmen seit Kurzem den solarbetriebenen Farmdroid aus Dänemark. Für die SEA GmbH, die Photovoltaik-Projekte auf den Weg bringt und die E-Mobilität vorantreibt, ist Agrarrobotik ein neues Geschäftsfeld.

Mein Hauptmotiv ist es die Landwirtschaft von den fossilen Energien wegzubringen.

Christian Andresen

Landwirtschaft durch erneuerbare Energien

„Mein Hauptmotiv ist es“,  hebt Christian hervor, „die Landwirtschaft von den fossilen Energien...