Am von Justin Brinkmann

Wunschkonzert

Mit Ökolandbau in die Zukunft

Julius Ligges (24) aus Kamen in NRW hat seit kurzem seinen Agrar-Bachelor in der Tasche. Zusammen mit seinen Eltern bewirtschaftet er einen ökologischen Betrieb. Die Umstellung war nicht einfach. Doch seine Familie bereut nichts. Für die Zukunft kann er sich vorstellen, die Direktvermarktung weiter auszubauen.

„Wir sind ein biologisch wirtschaftender Gemischtbetrieb aus dem Kreis Unna in Nordrhein-Westfalen, der auf Direktvermarktung setzt. Nach der landwirtschaftlichen Ausbildung habe ich meinen Bachelor der Agrarwirtschaft an der Fachhochschule Südwestfalen absolviert. Das Studium habe ich nie vernachlässigt. Aber mein Fokus lag immer auf der Weiterentwicklung unseres Betriebes. Der Schwerpunkt lag zunächst nur im Anbau von Getreide, Raps und Zuckerrüben. Irgendwann sind meine Eltern dann in den Anbau von Kürbissen und Kartoffeln eingestiegen. Erst kürzlich haben wir uns entschieden, auf den ökologischen Landbau umzustellen. Seitdem halten wir auch Hühner in drei Mobilställen.

Die Umstellung

Bis 2017 haben wir den Betrieb konventionell bewirtschaftet – die erste Ernte mit A-Ware erfolgte im Jahr 2020. Mit der Idee zur Umstellung auf biologischen Landbau haben meine Eltern schon länger gespielt. Damals hatten wir Probleme mit der Verunkrautung in den Kürbissen, deshalb mussten wir neue Lösungsansätze suchen. Wir hielten einen regen Austausch zu anderen biologischen Betrieben und Beratern. Weil uns das grundsätzliche Konzept des Ökolandbaus gut gefiel, wollten wir es selbst ausprobieren. Eine Futter-Mist-Kooperation mit einer Biogasanlage in der Region war schlussendlich mitentscheidend dafür, den biologischen Weg zu gehen. Denn so konnten wir unsere Nährstoffe ganz im Sinne der Kreislaufwirtschaft effizient verwerten. Nach der Umstellung erfolgte die mechanische Unkrautbekämpfung nicht mehr nur in den Kürbissen, sondern auch im Getreide. Doppelte Reihenabstände helfen uns da sehr gut weiter. Vor allem die Kombination mit Hacke und Striegel leisten eine gute Arbeit.

Seit der Umstellung auf Ökolandbau erfolgt auch die Unkrautbekämpfung im Getreide rein mechanisch. Hier: Doppelter Reihenabstand mit Hacke. (Bildquelle: Privat)

Im Gegensatz zur konventionellen Landwirtschaft fühlt es sich so an, als sei ich jetzt „mehr Landwirt“ als je zuvor. Die Arbeitsintensität und das Know-how für die Kulturen sind nämlich definitiv etwas gestiegen. Im ökologischen Landbau gilt es, Prozessabläufe zu erkennen und Fehlern frühzeitig vorzubeugen. Schwierigkeiten müssen immer wieder neu aufgegriffen werden. So bringt diese Bewirtschaftungsmethode aber leider auch einen intensiven Pflugeinsatz mit sich. In meinen Augen ist das ein noch nicht zukunftsfähiges System. Denn im Hinblick auf den voranschreitenden Klimawandel sollte die Bodenbearbeitung erosionsmindernd durchgeführt und die Aktivität der Bodenorganismen nicht beeinträchtigt werden. Hier gilt es zu experimentieren und den Humusaufbau zu...


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