Am von Martin Borgmann

Mit Stromschlägen gegen Pflanzen

Es erscheint etwas verrückt, Pflanzen gezielt durch Stromschlag zu zerstören. Das Unternehmen Zasso aus Aachen hat ein Gerät entwickelt, das Pflanzen mit einer strombasierten Technologie abtötet. Noch ist der Aufwand allerdings höher als bei gängigen Verfahren.

Dieser Beitrag ist zuerst im Wochenblatt für Landwirtschaft und Landleben (19/2019) erschienen.

Die Idee, Pflanzenwachstum mit Strom zu beenden, mutet im ersten Moment abenteuerlich an. Doch jeder Weidetierhalter hat schon Brennnesseln gesehen, die Kontakt mit einem elektrisch geladenen Weidezaun hatten. Sobald der Funke vom Draht auf die Pflanzenspitze überspringt, zerstört die elektrische Spannung den obersten Bereich des Triebes, der dann verwelkt. Das Unternehmen Zasso aus Aachen hat die Beobachtung zu einem Verfahren für den Flächeneinsatz weiterentwickelt.

Der Werkzeugkasten der Agrarchemie leert sich zusehends und für viele Anwendungen sind keine Alternativen in Sicht. Deshalb steigt der Druck, andere Wege zu beschreiten.

Auszug

Der Werkzeugkasten der Agrarchemie leert sich zusehends und für viele Anwendungen sind keine Alternativen in Sicht. Deshalb steigt der Druck, andere Wege zu beschreiten, enorm. Neben mechanischen Varianten, die auch nicht immer funktionieren, kann die Behandlung von Pflanzen mit Strom eine Möglichkeit sein.

Ziel der Strombehandlung

Auch um Ersatz für das bald wegfallende Reglone in der Sikkation von Kartoffelkraut zu finden, hat die Landwirtschaftskammer NRW bereits 2018 das von Zasso entwickelte Gerät, den sogenannten Elektroherb, auf Versuchsflächen eingesetzt. Das Vorserienmodell wurde nun in einem Zwischenfruchtbestand mit grünem Aufwuchs getestet.

Der Schlepper trägt in der...