Am von Anne Kokenbrink

Schreiben Sie Anne Kokenbrink eine Nachricht

Bitkom Start-up Report 2020

Nachhaltigkeit ist Top-Thema für Gründerteams

9 von 10 Start-ups glauben, dass Digitalisierung für weniger Ressourcenverbrauch und mehr Klimaschutz sorgen kann. Das ist ein Ergebnis aus dem Bitkom Start-up Report 2020. Was außerdem bei der Befragung herauskam, lest ihr hier.

Der großen Mehrheit der Start-ups in Deutschland geht es nicht nur um den eigenen Erfolg, sondern sie wollen auch einen Beitrag zu mehr Nachhaltigkeit leisten. Das ist ein Ergebnis einer Umfrage im Auftrag des Digitalverbands Bitkom, an der 206 Start-ups aus dem Tech-Bereich teilgenommen haben – darunter auch AgTech Start-ups. Demnach sagen zwei Drittel (67%) der Gründerteams, dass sie Lösungen auf den Markt bringen wollen, die für mehr Nachhaltigkeit sorgen. 87% der Befragten sind der Überzeugung, dass Digitalisierung grundsätzlich einen entscheidenden Beitrag für mehr Nachhaltigkeit liefern kann. Und drei Viertel (78%) sind der Meinung, dass die Politik Start-ups, die Lösungen für Umwelt- und Klimaschutz sowie Ressourcenschonung entwickeln, besonders fördern sollte. Mehr als jedes zweite Team (57%) wünscht sich zudem mehr Austausch mit etablierten Unternehmen zum Thema Nachhaltigkeit

In einer Bitkom-Umfrage wurden Start-ups u. a. nach ihrer Einstellung zum Thema Nachhaltigkeit befragt.  (Bildquelle: bitkom)

„Digitalisierung kann einen entscheidenden Beitrag leisten, damit Deutschland seine Klimaziele erreicht. Wir brauchen dabei noch mehr unkonventionelle Ideen, wie innovative Technologien dabei helfen können. Hier sind Start-ups der wichtigste Impulsgeber“, sagt Bitkom-Präsident Achim Berg. Allerdings geben zwei Drittel der Gründer (68%) zu bedenken, dass es sich lohnt, genauer hinzuschauen, weil manche Start-ups versuchen würden, mit dem Begriff Nachhaltigkeit Aufmerksamkeit zu gewinnen, ohne dass dahinter wirklich eine Idee oder Lösung stehe. 9 von 10 Start-ups (90%) haben sich außerdem zum Ziel gesetzt, die Arbeit in ihrem Start-up selbst nachhaltig zu gestalten.

Nachhaltigkeit bezieht sich nicht nur auf ökologische Systeme. Yvonne Zwick vom Deutschen Nachhaltigkeitskodex ordnet den Begriff ein und erklärt, wie Nachhaltigkeit gemessen werden kann.

Stimmung trotz Corona überwiegend positiv

Nicht nur Nachhaltigkeit war im Jahr 2020 ein Thema bei Start-ups aus dem Tech-Sektor. Es folgen einige weitere Ergebnisse aus der Bitkom-Umfrage: 
  • Im Durchschnitt haben die Start-ups in Deutschland 21 Mitarbeiter.
  • Trotz der Corona-Krise will eine deutliche Mehrheit (57%) neue Arbeitsplätze schaffen. Nur 6% befürchten Stellenabbau.
  • Im Schnitt brauchen Start-ups in Deutschland 3,3 Millionen Euro frisches Kapital in den kommenden zwei Jahren.
  • Start-ups verzweifeln an den Versprechen der Politik: So gaben 85% der Befragten an,  dass sich die deutsche Politik in Detailfragen verzettelt und dadurch bei großen Zukunftsthemen wie KI den Anschluss an die Weltspitze verliert.
  • 9 von 10 Start-ups arbeiten mit etablierten Unternehmen zusammen. Der Großteil (68%) von ihnen entwickelt gemeinsam mit Unternehmen neue Produkte und Dienstleistungen.
  • Durch die Corona-Pandemie ist es bei 43% der Start-ups zu Umsatzeinbrüchen gekommen. Fast jedes zweite Start-up (47%) sieht sich durch Corona in seiner Existenz bedroht.
  • Die Corona-Hilfen erreichen bei Weitem nicht alle Start-ups. 84% beklagen, dass sich staatliche Hilfsmaßnahmen zu sehr an den Bedürfnissen von Konzernen und Mittelständlern orientieren und Start-ups zu wenig in den Blick nehmen.
  • Auch wenn fast die Hälfte der Gründer die Existenz ihres Start-ups durch die Corona-Krise bedroht sieht (siehe oben), würde dennoch ein Großteil der Start-ups (91%) wieder gründen, gemessen an ihren aktuellen Erfahrungen. 

Fast alle befragten Gründer würden mit ihren aktuellen Erfahrungen erneut ein Start-up gründen. Ein Großteil ist auch bereit, von seinen Gründungserfahrungen zu berichten. (Bildquelle: bitkom)