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Circular Economy

Verpackung aus Agrar-Reststoffen sammelt 2,7 Mio. € ein

Nachhaltiges Einweggeschirr ist gefragt. Nicht erst seit dem EU-Verbot von Einwegplastik. Das Hamburger Start-up „Bio-Lutions“ nutzt Pflanzenfasern zur Herstellung einer recyclebaren Alternative. Das Wachstum ist jetzt durch eine neue Finanzspritze gesichert.

Das sogenannte CleanTech Start-up „Bio-Lutions“ mit Sitz in Hamburg sicherte sich in der vergangenen Woche die weitere Finanzierung durch seine Aktionäre. Der seit Sommer 2019 beteiligte Lieferdienst „Delivery Hero SE“ und weitere Bestandsinvestoren haben einer Pressemeldung zufolge nun in einer Vorrunde zur Series B rund 2,7 Mio. € investiert. Die umfangreichere Series B Finanzierungsrunde sei noch für dieses Jahr angesetzt.
Die Vorrunde dient laut Pressemeldung der Beschleunigung des Produktionsausbaus am Standort Schwedt in der Uckermark, um größere Produktionskapazitäten zu schaffen. Die Entscheidung des Bundestages, das EU-Verbot von Einweg-Plastik in deutsches Recht zu übernehmen, erhöhe demnach den Druck auf die deutsche Wirtschaft enorm. Ab Mitte 2021 sollen in der EU Plastikstrohhalme, -Besteck und andere Wegwerf-Artikel aus Kunststoff aus den Geschäften verschwinden.

Das Start-up „Bio-Lutions“ verarbeitet, was die Landwirtschaft übrig lässt. Es stellt aus Agrarresten Lebensmittel-Verpackungen und Einweggeschirr her. In Indien sind das Bananenstämme und...

Bio-Lutions will mit seinen nachhaltigen Verpackungen und Einwegprodukten aus Agrarfasern eine Alternative bieten. Der Produktionsprozess des Hamburger Unternehmens, das 2017 von Eduardo Gordillo und Stefan W. Dircks gegründet wurde, gibt derzeit ungenutzten landwirtschaftlichen Reststoffen als Rohstoff ein zweites Leben, um herkömmliche Plastik- und Papierprodukte zu ersetzen.

Der Herstellungsprozess – in Indien und seit kurzem auch Deutschland

Das Unternehmen verarbeitet die Pflanzenfaser nach eigenen Angaben mechanisch und kreiert ohne zusätzliche Bindemittel stabile Strukturen und Produkte. Entwickelt wurde die Fasertechnologie in Deutschland durch ein Forschungsteam im Technikum Schwedt. Vor zwei Jahren eröffnete Bio-Lutions die erste Fabrik in Bangalore, Indien und nutzte dort vor allem Bananenstämme oder Zuckerrohrblätter. Im Oktober 2020 folgte die 2000m² große Produktionsstätte in Schwedt als Teil des Innovation Campus Schwedt. Der Standort soll die Entwicklungs- und Innovationsachse Berlin-Stettin stärken und Arbeitsplätze in die Region bringen. Geplant ist nach Unternehmensangaben eine finale Ausbaustufe mit über 200 Jobs und jährlich mehr als 1,5 Mrd. hergestellten Produkteinheiten. Dies entspricht über 30.000 Tonnen vermiedenem Plastikmüll.


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