Am von Laura von Ketteler

Vertical Farming auf 90 x 60 x 60

Maximilian Lössl und Philipp Wagner sind überzeugt, dass ein Großteil der Frischeproduktion in den nächsten Jahren „indoor“ stattfindet. Mit ihrem „Plant Cube“ bringen sie die Produktion von Kräutern, Microgreens, Salaten und Gemüse schon heute zum Kunden in die Küche.

90 x 60 x 60 - das sind nicht die aktuellen Modelmaße, sondern die des „Plant Cubes“. Ein rechteckiger Kasten, der in Eigenregie Pflanzen wachsen lässt. Der vollautomatisierte und app-gesteuerte Gewächskasten produziert Kräuter, Salate und Keimlinge, zu neudeutsch: Microgreens. Er arbeitet nach dem Prinzip des hydroponischen Anbaus und benötigt dafür vor allem zwei Dinge: Strom und Internet. Die Idee für den Cube stammt von Max Lössl, 30 Jahre alt, aus München. Er gründete zusammen mit Philipp Wagner (30) das Start-up „Agrilution“, mit dem er Indoor-Farming dem Endkunden zugänglich machen möchte.

Max (links) und Philipp gründeten ihr Start-up 2013. (Bildquelle: Agrilution)

So funktioniert der Plant Cube

Der Sohn einer Entwicklungshelferin und ehemaliger Greenpeace-Anhänger will mit dem System die Nahrungsmittelproduktion dezentralisieren. Er sagt: „Unser heutiges Lebensmittel-System ist fragil. Lebensmittel werden kaum lokal angebaut, sondern tausende von Kilometern transportiert. Dadurch hinterlassen sie einen hohen CO2-Fußabdruck.“ Er ist überzeugt, dass das effizienter und gesünder geht. „Die Produktion verbraucht enorm viel Wasser und die Lebensmittel, die bei uns im Supermarkt landen, verlieren nach langen Transportwegen an Qualität.“

Unser heutiges Lebensmittel-System ist fragil. Lebensmittel werden kaum lokal angebaut, sondern tausende von Kilometern transportiert.

Max Lössl

Ihr Ansatz: der Plant Cube. Über zwei Lagen werden je vier Saatmatten eingelegt. Der Kunde bestellt sie über die Agrilution-App, legt sie ein, tippt einige Daten in die App und muss dann nur noch abwarten. Denn Bewässerung, Temperatur, Beleuchtung, Düngung und Sensorik stellt das Hightech-Gerät passend zu den eingesetzten Pflanzen automatisch ein. Nach ein bis vier Wochen meldet die App dem Kunden, dass die Pflanze ausgewachsen ist.

Indoor-farming für zuhause

Die Idee, Pflanzen unter kontrollierten Bedingungen „indoor“ anzubauen, ist nicht neu. So war es bei Max das schon 2010 veröffentlichte Buch „The Vertical Farming“ von Dr. Dickson Despommier, das ihn überzeugt hat, International Food and Agribusiness zu studieren. Nicht zufällig entschied er sich für die Uni, die über die größte, europäische Forschungseinrichtung für indoor-farming verfügt.

Das Mini-Gewächshaus ist in etwa so groß wie ein Kühl- oder Gefrierschrank. (Bildquelle: Agrilution)

An der HAS University of Applied Sciences in den Niederlanden feilte er an der Idee und schnitt sie schließlich auf den Endverbraucher zu: „Mir ist aufgefallen, dass viele in der Forschung oder...


Du musst dich anmelden um Kommentare zu bewerten

Abbrechen

Du hast noch kein Benutzerkonto?

Benutzerkonto erstellen

Kommentar melden

Abbrechen

Du hast noch kein Benutzerkonto?

Benutzerkonto erstellen

Kommentar melden

Abbrechen

Du hast noch kein Benutzerkonto?

Benutzerkonto erstellen