Am von Anne Kokenbrink

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Landwirtin auf neuen Wegen

Weltreise, Start-up-Gründung, Hofnachfolge

Vielfältige Lebensläufe gibt es in der Landwirtschaft so einige. Darunter auch der von Maja Mogwitz. Die 28-jährige Agrarwissenschaftlerin will später einmal die Hofnachfolge auf dem elterlichen Betrieb antreten, widmet sich aber zunächst anderen Projekten mit Neugier und Offenheit. So kündigte sie ihren Job, ging auf Agrarweltreise und gründete ihre eigene Social-Media-Agentur. Eine Inspirationsgeschichte.

Auf dem elterlichen Ackerbaubetrieb in Ditterke bei Hannover großgeworden und nach dem Abitur Agrarwissenschaften in Göttingen studiert. So weit, so normal. Danach sofort zu Hause in den elterlichen Betrieb einsteigen, das kam für Maja Mogwitz aber so schnell nicht in Frage. Nach dem Studium entschied sich die 28-Jährige nach einigen Jahren beruflicher Tätigkeit in der Agrarkommunikation, ihren Job zu kündigen und hinaus in die Welt, auf Agrarweltreise, zu gehen.

Hier die ganze Geschichte auch zum Anhören!

Maja bereiste von August 2019 bis März 2020 acht Länder, legte 88.000 km zurück, um die Landwirtschaft an anderen Orten der Erde hautnah zu erleben und andere Wirtschaftsweisen zu verstehen. Zurück in Deutschland und den Kopf voller Eindrücke, gründete sie eine Social-Media Agentur. Das Ziel: Die Agrarbranche im Netz sichtbar machen, ihr ein Gesicht geben. Persönlichkeit zeigt sie auch in ihrem Podcast „Jung & Landwirtin“, in dem sie über ihre Projekte in der Landwirtschaft spricht und spannende Personen vorstellt. Ihre Erfahrungen prägen die junge Agrarwissenschaftlerin. Was sie gelernt hat und wie sie das für ihren eigenen Zukunftsweg prägt, darüber hat sie mit f3 gesprochen.

Die Augen öffnen

Die moderne Landwirtschaft ermöglicht es, die gesamte Palette der Ernährungsweisen kennenzulernen. Einen Teil davon hat Maja selbst miterlebt. „Ich stand an den unterschiedlichsten Orten selbst im Stall und auf dem Acker und weiß deshalb, wie wertvoll es ist, dass wir gesunde und hochwertige Lebensmittel konsumieren können“, erzählt die 28-Jährige. Auch wenn Maja ihre Reise im Frühjahr vergangenen Jahres pandemiebedingt nach sechs, statt wie geplant nach zwölf Monaten abbrechen musste, besuchte sie eine Vielzahl an Betrieben und Ländern. Neuseeland, Asien, Südamerika – von konventionell bis ökologisch, vom Permakultur- bis zum hochmodernen Betrieb mit über 2.000 ha.

Bei der Feldarbeit auf einem Milchviehbetrieb in Neuseeland (Bildquelle: Mogwitz)

In jedem Land war eine Farm für mehrere Wochen die Arbeitsstelle von Maja Mogwitz. Corona hat der Agrarweltreise der Hofnachfolgerin zwar ein frühzeitiges Ende gesetzt, aber mitgenommen hat sie daraus genug. „Ich wurde der eigene Schmied meiner Weiterbildung: Viele Länder, unterschiedliche Betriebe, Kulturen, Landwirte, Familien und dazwischen ich“, blickt Maja Mogwitz zurück. „Unterschiedliche Anbausysteme und Feldkulturen kennenlernen, was von der Welt sehen, mit einem Fokus auf Themen wie Nachhaltigkeit, Umweltschutz und vor allem Ernährungssicherung“, erzählt sie. Was sie mit nach Hause brachte, waren haufenweise prägende Erinnerungen.
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