Am von Eva Piepenbrock

Wie viel Land(-wirtschaft) steckt in der Stadt?

Wie zwei Welten prallen Stadt und Land immer stärker aufeinander. Statt Schwarz-Weiß-Malerei braucht es Ideen zur Annäherung - und zwar mehr denn je. Gründer, Blogger und Vertreter aus Politik und Verbänden diskutierten dazu in Berlin. Denn die Konflikte zeigen auch: Stadt und Land müssen voneinander lernen.

Für viele Städter ist Landwirtschaft vor allem eines: weit weg. Kontakte zu „echten“ Landwirten werden immer seltener. Nicht einmal jeder zweite Stadtbewohner hat schon persönlich mit einem Landwirt gesprochen, geschweige denn einen Hof besucht. Das stellte das Forsa-Institut jüngst in einer Studie fest. Andersherum sieht es ganz ähnlich aus: Metropolen wie Berlin, Hamburg oder Köln sind oftmals kilometerweit entfernt. Urbane, alternative Lebensweisen und Einstellungen erscheinen im eigenen – ländlichen – Alltag deplatziert.

Eine Distanz mit Konfliktpotential – das zeigt nicht zuletzt ein Blick in die deutsche Talkshow-Landschaft: hier der verklärte Veganer, dort der Großagrarier mit Massentierhaltung, hier bio, dort konventionell. Doch statt platter Pauschalisierungen und Schwarz-Weiß-Malerei sind vielmehr innovative Ideen, Projekte und Menschen gefragt, die Stadt und Land wieder einander näher bringen.

Konflikte fordern Wandel

Mitten in Berlin sollte diese Annäherung am Mittwoch vergangener Woche angestoßen werden. Auf Einladung des Niedersächsischen Landwirtschaftsministeriums und der Landwirtschaftlichen Rentenbank diskutierten rund 120 Teilnehmer gemeinsam mit jungen Gründern, Bloggern sowie Vertretern aus Politik und Verbänden über die Frage: „Wie viel Land(-wirtschaft) steckt in der Stadt?“ (wer auf dem Podium diskutierte, erfahrt ihr hier).

Nicht nur auf dem Podium wurde diskutiert. Beim anschließenden Empfang wurde der Austausch ganz praktisch an "kulinarischen Botschaftern" aus Stadt und Land erprobt. (Fotos: Rentenbank / Felix Jürgen Holland)

Dass trotz zunehmender Entfremdung Stadt und Land auf...