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„FarmInsect“ schließt Seed-Finanzierungsrunde ab free

Insekten können anstelle von Soja oder Fischmehl zur Tierfütterung genutzt werden. Die Larven der Schwarzen Soldatenfliege verwerten viele Reststoffe. (Foto: FarmInsect)

Das Start-up „FarmInsect“ ermöglicht es Landwirten, ihr eigenes Proteinfutter aus regionalen Reststoffen mit Hilfe von Insekten herzustellen. Jetzt konnte das Team in einer Seed-Finanzierungsrunde Kapital einsammeln.

Seit 2017 sind sechs Insektenarten in der EU als Tierfutter zugelassen. Das Start-up „FarmInsect“ hat sich auf die Schwarze Soldatenfliege spezialisiert. Da ihre Larven ein sehr breites Futterspektrum verarbeiten können, eignen sie sich gut für die Verwertung von Reststoffen. Bei der Verwendung von regionalen Reststoffen als Futtermittel ist vor allem die lückenlose Rückverfolgung eine große Herausforderung. „FarmInsect“ hat eine IT-Plattform entwickelt, die dem Landwirt diesen Prozess abnehmen soll.

In der EU fallen jährlich Milliarden Tonnen an Lebensmittel- und Ernteresten an, die bisher nicht sinnvoll genutzt werden.

Thomas Kühn

Jetzt konnten die Gründer aus Bergkirchen bei München drei Business Angels von ihrer Idee überzeugen und eine Finanzierungsrunde im mittleren sechsstelligen Bereich abschließen. Mit dem Kapital möchte das Start-up die erste Pilotanlage bei einem der größten Aquakultur-Betriebe in Bayern aufstellen. FarmInsect wurde bereits während der Entwicklungsphase von der Technischen Universität München unterstützt. Am Wissenschaftszentrum Weihenstephan betreiben die Gründer seit Juni 2019 eine erste Pilotanlage. Außerdem wird das Start-up durch das Programm „BayStartUP“ unterstützt und von der EU gefördert.

FarmInsect wurde 2019 von Wolfgang Westermeier (links), Thomas Kühn und Andre Klöckner gegründet. (Foto: FarmInsect)

Keine Vorkenntnisse für Landwirte erforderlich

Im Rahmen der Förderung „Europäische Innovationspartnerschaften“ soll zusammen mit dem Aquakultur-Betrieb und der Landesanstalt für Landwirtschaft die regionale Gewinnung von Proteinfutter aus Insektenlarven untersucht werden. „In der EU fallen jährlich Milliarden Tonnen an Lebensmittel- und Ernteresten an, die bisher nicht sinnvoll genutzt werden. Dieses Potenzial wollen wir heben“, erklärt Mitgründer Thomas Kühn. Konkret möchte das Team Landwirte bei der Insektenproduktion mit einer automatisierten Maschinenanlage und der IT-Plattform zur Rückverfolgung der Futtermittel unterstützen.

Wir sind durch die f3-Gesuche häufig mit Landwirten in Kontakt gekommen. Das war wirklich eine sehr große Hilfe für uns. 

Wolfgang Westermeier

Landwirte benötigten demnach keine Vorkenntnisse zur Insektenzucht. Bis eine Charge Fliegenlarven ausgewachsen ist, dauert es rund eine Woche. Anschließend können die Larven direkt an Nutztiere verfüttert oder für die Lagerung getrocknet werden. Neben den Larven fällt bei dem Prozess auch hochwertiger Kompost an, welcher den Landwirten helfen kann, ihre Bodenqualität zu verbessern. „Wir sind durch die f3-Gesuche häufig mit Landwirten in Kontakt gekommen. Das war wirklich eine sehr große Hilfe für uns. Wir wollen demnächst auch nochmal den Austausch mit Landwirten suchen“, sagt Mitgründer Wolfgang Westermeier zu den weiteren Plänen.

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