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Female Founders Monitor 2020: Noch zu wenige Gründerinnen free

Gründerinnen machen nur einen kleinen Teil der Start-up-Szene aus. Bei Investitionen werden Start-ups, die von Frauen geführt werden, immer noch benachteiligt. (Foto: pixabay.com)

Der Anteil von Gründerinnen in der deutschen Start-up-Szene liegt bei knapp 16 Prozent. Frauen gründen öfter in der Green Economy und leiten häufiger Lebensmittel- und Ernährungsunternehmen. Eine Studie gibt Einblicke.

Zum dritten Mal nehmen der Bundesverband Deutsche Startups e.V. und Google for Startups im Rahmen des Female Founders Monitor die Bedeutung von Gründerinnen für das deutsche Start-up-Ökosystem unter die Lupe. Der FFM repräsentiert 4.670 Personen, darunter 731 Gründerinnen (15,7 %) und 3.939 Gründer (84,3 %). 209 der untersuchten Gründungsteams sind weiblich, 1.318 männlich und 384 sind Mixed-Teams mit Mitgliedern beider Geschlechter.

Bei Frauen-Teams ist mit 18,6 % eine auffällige Konzentration im Onlinehandel erkennbar.

Auszug

Damit wird bereits ein zentrales Ergebnis der Studie sichtbar: Der Anteil an Start-up-Gründerinnen in Deutschland liegt aktuell bei nur 15,7 %. Hierzulande ist die Start-up-Szene immer noch männlich geprägt. Eine deutliche Mehrheit der Start-ups wird von Männer-Teams aufgebaut, die insbesondere Start-ups im Tech-Bereich, wie etwa Software-Anwendungen, führen. Gründerinnen sind vor allem durch soziale Problemstellungen motiviert und etablieren ihre innovativen Geschäftsmodelle an der Schnittstelle zwischen Wirtschaft und Gesellschaft.

Im Bereich Gesundheit und Green Economy aktiv

So liegt der Schwerpunkt der Gründerinnen-Teams in den Feldern Lifestyle, Gesundheit und Bildung. Vor allem bei den beiden letztgenannten Branchen handele es sich, so die Verfasser der Studie, um Zukunftsmärkte, die im Rahmen der Corona-Krise und der steigenden Bedeutung gesundheitsrelevanter Daten und digitaler Lösungen im Bildungssektor zusätzlich an Relevanz gewonnen haben. Auch im Bereich Ernährung und Nahrungsmittel liegt der Anteil der weiblichen Teams mit 8,8 % vor den männlichen mit 3,6 %.

Männer-Teams dominieren den IT- und Deep-Tech-Bereich und sind besonders häufig in den Feldern Software as a Service, Technologieentwicklung und Softwareentwicklung zu finden. Bei Frauen-Teams ist dagegen mit 18,6 % eine auffällige Konzentration im Onlinehandel erkennbar. Auch bei den Online-Plattformen machen Gründerinnen einen Anteil von 12,6 % aus. Generell, so resümiert der FFM, seien Gründerinnen stärker als Gründer durch übergeordnete Ziele motiviert und in der Green Economy und im Bereich Social Entrepreneurship besonders aktiv.

Finanzierungen und Investitionen

Eine Diskrepanz zwischen Frauen und Männern im deutschen Start-up-Ökosystem bilden immer noch ungleiche Ressourcen sowie der Zugang zu Netzwerken. So zeigt sich zum Beispiel, dass 33,1 % der von Frauen geführten Unternehmen Business-Angels als Kapitalgeber präferieren, jedoch bisher nur 7,7 % diese Finanzierungsquelle realisieren konnten – ähnlich verhält es sich mit Blick auf Venture-Capital. Nur 5,2 % der Frauen-Teams haben bereits 1 Mio. € oder mehr erhalten – bei den Männer-Teams sind es dagegen 27,8 %.

Dabei profitiere, so blicken die Verfasser der Studie in die Zukunft, insbesondere der Gesundheitssektor mit Blick auf technische Innovationen von gut ausgebildeten Gründerinnen mit entsprechendem Know-how. „Sozialer Zusammenhalt, Nachhaltigkeit und Gesundheit – all das sind nicht erst seit der Corona-Pandemie zentrale Bereiche, die in Zukunft von Gründerinnen gestaltet und damit unsere Wirtschaft und Gesellschaft voranbringen werden.“

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