farm Wunschkonzert

„Vielleicht denken wir Landwirte zu kompliziert.“ free

Was die Zukunft für Hofnachfolger bringt? Christof Konermann wünscht sich jedenfalls mehr Marketingwissen. (Foto: Drießen)

Hofnachfolger Christof Konermann wünscht sich mehr Marketing-Wissen in seiner Ausbildung. Nur Ahnung von dem Produkt zu haben, aber nicht von seiner Vermarktung, reicht ihm nicht.

Christof Konermann, 21 Jahre alt aus Nordrhein-Westfalen

„Ich übernehme unseren konventionellen Sauenbetrieb in ein paar Jahren und versuche ihn gemeinsam mit meinen Eltern jetzt auf die Anforderungen der Zukunft einzustellen. Dafür testen wir in einem Teilbereich die Gruppensäugung von Ferkeln. Da es in dem Bereich noch nicht viele Erfahrungen gibt, wollte ich die selbst sammeln.

Neben der Sauenhaltung veranstalten wir erfolgreich Events auf unserem Hof, sogenannte Bauernolympiaden, die als Firmenevent oder Junggesellenabschied gebucht werden.

Ein Bekannter hatte die Idee der Olympiade

Auch wenn das nicht wirklich ein Start-up ist, so wird an dem Beispiel trotzdem deutlich, dass der Blick von außen wichtig sein kann, um auf neue Ideen zu kommen. Auf die Bauernolympiade sind wir nämlich mithilfe eines Bekannten gekommen, der einen Betriebsausflug organisierte.

Vielleicht denken wir auch zu kompliziert. Da tun die Ideen von außen manchmal ganz gut.

Christof Konermann, 21 Jahre alt

Mehr Netzwerk, mehr Marketing-Wissen

Zu der Gründung eines landwirtschaftlichen Start-ups gehört meiner Meinung nach verdammt viel Mut. Ohne ein gutes Netzwerk geht das gar nicht. Wir Landwirte haben so viel Ahnung vom Produkt und wie man es bestmöglich herstellt.

Aber mittlerweile kommen Leute über Online-Shops in den Markt, die nichts mit der Landwirtschaft zu tun haben, und trotzdem erfolgreich Lebensmittel verkaufen. Die haben dann einfach Ahnung von Vermarktung. Das finde ich auch ein bisschen bedrohlich.

Wir haben Ahnung vom Produkt. Aber nicht von der Vermarktung.

Christof Konermann

Ich würde mir wünschen, dass wir dieses Marketing-Wissen in unserer Ausbildung lernen. Vielleicht wäre auch ein Austausch zwischen den Agrar-Unis und uns Praktikern gut dafür. Oder es müsste ein Portal geben, auf dem Landwirte, die eine Idee haben, Leute aus anderen Branchen finden, die dabei mitmachen.“

Hier wünschen sich noch andere Hofnachfolger etwas für ihre betriebliche Zukunft.

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