food future Perspektivwechsel

Food Report 2021: So wirkt die Coronakrise auf Food-Trends

Wie sieht die Zukunft aus? Und wie wirkt sich die Pandemie auf bestimmte Entwicklungen in der Ernährungsbranche aus? (Grafik: Christina Helmer)

Bereits zum neunten Mal blickt Hanni Rützler auf die Entwicklungen in der Ernährungs- und Lebensmittelbranche. In ihrem diesjährigen Food Report ordnet die Zukunftsforscherin die Auswirkungen der Coronakrise auf Food-Trends ein. Die von Rützler entworfene Food-Trend-Map 2021 soll Orientierung und einen Überblick bieten. Rützler definiert darin sieben Cluster, denen sich Food-Trends zuordnen lassen. So ist beispielsweise "Gesundheit" einer der weltweit wirksamsten und vor allem in der Krise ein besonders robuster Megatrend. Innerhalb dessen bleibt das Thema "Planted Based Foods" aktuell.

In der Krise erleben wir gerade, wie vor allem Landwirte offensiv mit Online-Services und Direct-Delivery potenzielle Kunden ansprechen.

Hanni Rützler

Einerseits machen Gemüse- und Getreidegerichte nicht nur in vegetarischen und veganen, sondern auch in vielen klassischen Restaurants kulinarisch eine immer bessere Figur, andererseits sei die Lebensmittelindustrie – angetrieben durch innovative Start-ups – auf den Zug aufgesprungen, Produkte aus Fleisch, Milch und Eiern durch immer ausgeklügeltere Produkte aus nichttierischen Ausgangsprodukten zu ersetzen.

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In ihrem jährlichen Bericht analysiert die Zukunftsforscherin Hanni Rützler den Wandel in der Esskultur. Die Pandemie verstärkt Ernährungstrends oder bremst sie zeitweise aus. Ein Überblick der Entwicklungen.

Bereits zum neunten Mal blickt Hanni Rützler auf die Entwicklungen in der Ernährungs- und Lebensmittelbranche. In ihrem diesjährigen Food Report ordnet die Zukunftsforscherin die Auswirkungen der Coronakrise auf Food-Trends ein. Die von Rützler entworfene Food-Trend-Map 2021 soll Orientierung und einen Überblick bieten. Rützler definiert darin sieben Cluster, denen sich Food-Trends zuordnen lassen. So ist beispielsweise „Gesundheit“ einer der weltweit wirksamsten und vor allem in der Krise ein besonders robuster Megatrend. Innerhalb dessen bleibt das Thema „Planted Based Foods“ aktuell.

In der Krise erleben wir gerade, wie vor allem Landwirte offensiv mit Online-Services und Direct-Delivery potenzielle Kunden ansprechen.

Hanni Rützler

Einerseits machen Gemüse- und Getreidegerichte nicht nur in vegetarischen und veganen, sondern auch in vielen klassischen Restaurants kulinarisch eine immer bessere Figur. Andererseits sei die Lebensmittelindustrie – angetrieben durch innovative Start-ups – auf den Zug aufgesprungen, Produkte aus Fleisch, Milch und Eiern durch immer ausgeklügeltere Produkte aus nichttierischen Ausgangsprodukten zu ersetzen.

Transparenz ist verstärkt gefragt

Dem Cluster „Qualität“ ordnet Rützler den Trend „Transparenz“ zu. Die globale Coronakrise verleihe dem Trend weitere Schubkraft. Denn sie hat auch das Tempo an digitalen Innovationen im Online-Handel mit Lebensmitteln beschleunigt. Zugleich ermögliche Transparenz zum Beispiel über Blockchain-Technologie die Nachverfolgbarkeit der Produkte und deren Bestandteile. Beschleunigt werde in der Krise außerdem das Verlangen nach dem persönlichem Austausch mit Lebensmittelproduzenten- und herstellern (Meet Food), so Rützler.

Sieben Cluster und viele Food-Trends. (Quelle: Hanni Rützler – Food Report 2021)

Viele Produzenten reagieren mit neuen Angeboten auf das wachsende Interesse, Herstellung und spezifische Qualität auch sinnlich erfahren zu können. Produzenten und Hersteller wollen und können auf dem Wochenmarkt, ab Hof, beim Bäcker, Metzger oder in Feinkostläden die Qualität ihrer Erzeugnisse anschaulich vermitteln. Konsumenten treibe es verstärkt dorthin, wo sie reden, riechen, probieren oder die Atmosphäre der Produktionsstätte einfangen können.

Regionalität und Diversität werden (wieder) wichtig

Mit dem Austausch geht auch der Trend „Local Food“ einher. Der vermehrte Konsum regionaler Lebensmittel sei die Trend-Antwort auf die Globalisierung unseres Ernährungssystems, so Rützler. „In der Krise erleben wir gerade, wie vor allem Landwirte und innovative regionale Gemüsebetriebe nun verstärkt auf den Trend setzen und offensiv mit Online-Services und Direct-Delivery potenzielle Kunden ansprechen.“ Bei vielen Konsumenten, die unter dem Motto „Support your Local“ bewusster einkaufen, nehme auch das solidarische Engagement zu.

Durch die Coronakrise beschleunigt sieht Rützler außerdem die Diversität – in der Landwirtschaft und auf dem Teller. Die Agrobiodiversität mache die Landwirtschaft in Zeiten des Klimawandels resilienter und sorge zugleich für eine Bereicherung unserer Ernährung. Eine große Chance liege in der Vielfalt von Nutztieren und Pflanzenarten, von denen derzeit nur ein kleiner Teil genutzt wird. „Agrobiodiversität braucht Gastrobiodiversität, also neugierige und experimentierfreudige Köche und Konsumentinnen, die sich an der Erweiterung ihrer kulinarischen Erfahrungen durch den Genuss alter, regionaltypischer Sorten und Arten erfreuen.“