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Bahlsen, Zentis & Co: Food-Start-ups sind heiß begehrt free

Ausprobieren und produzieren: Immer mehr Unternehmen wollen Gründer aus dem Food-Bereich unterstützen und bieten neben Mentoring auch "Ausprobierflächen". (Foto: HSWT-Food-Startup-Inkubator)

Immer mehr Unternehmen und Großkonzerne sind auf der Suche nach innovativen Produkten. Bahlsen, Zentis & Co unterstützen Food-Start-ups und Gründer aus der Lebensmittelbranche mit Inkubatoren, Mentoring-Programmen und Kapital aus dafür gegründeten Ventures.

Die Meldungen der vergangenen Wochen und Tage verdeutlichen: Immer mehr Unternehmen – von Familienbetrieb bis Großkonzern – suchen die Nähe zu Start-ups. So baut der Kekshersteller Bahlsen gemeinsam mit dem amerikanischen Inkubator „Kitchentown“ in Berlin eine Dependance auf. Der Nahrungsmittelkonzern Zentis gründete eine Investment-Tochter, die die Zusammenarbeit mit Gründern intensivieren soll. Und in der Schweiz wollen die Großkonzerne Givaudan und Bühler Start-ups einen schnelleren Zugang zu den Weltmärkten eröffnen.

Ausprobieren auf 1.000 Quadratmetern

Bereits im April verkündete Bahlsen gemeinsam mit dem amerikanischen Inkubator Kitchentown in Berlin einen Co-Working-Space für Food-Start-ups schaffen zu wollen. Im Oktober sollen nach Angaben von Gründerszene die Türen für junge Gründer aus der Lebensmittelbranche öffnen. Auf 1.000 Quadratmetern soll in der ehemaligen Kantine der Mercedes-Benz-Bank am Alexanderplatz ein Entwicklungslabor und eine Großküche entstehen. Die Entrepreneure können mit dem Equipment vor Ort arbeiten, die Lagerflächen nutzen und sich mit anderen Start-ups und Experten austauschen. So soll eine Lebensmitteltechnologin den Gründern helfen, Tests durchzuführen oder die Rezeptur ihres Produkts zu überarbeiten.

Das wird uns in unserem Sektor helfen, nicht stehenzubleiben.

Werner M. Bahlsen

Bahlsen will den Start-ups vor allem bei der Produktion helfen. Warum das Unternehmen nach dem von Tochter Verena gegründeten Spin-off „Hermann’s“ nun noch weitere Start-ups aus dem Food-Bereich unterstützen will, begründete Werner M. Bahlsen im April mit folgenden Worten: „Da werden wir anderen jungen Start-ups helfen, ihre Lebenmittel- oder Gebäck-Produkte zu entwickeln. Das wird uns in unserem Sektor helfen, nicht stehenzubleiben und nicht zu sagen: Wir machen, was wir vor 100 Jahren gemacht haben.“

Trends und Entwicklungen schnell aufgreifen

Auch der Marmeladenhersteller Zentis aus Aachen setzt auf die Zusammenarbeit mit Start-ups. Vergangene Woche gründete sich dafür die Zentis Ventures GmbH, die junge Unternehmen in der Frühphase bis zur Wachstumsphase unterstützen soll. Zentis-Geschäftsführer Karl-Heinz Johnen erklärte in der Pressemitteilung: „Durch die Zusammenarbeit mit Entrepreneuren können wir neue Trends und Entwicklungen in der Lebensmittellandschaft und verwandten Sektoren schnell aufgreifen und umsetzen“.

Wir möchten Zentis Ventures als einen der führenden Venture Investor in der deutschen, mittelständischen Food-Industrie etablieren.

Stefan Beitzel

Auch Zentis setzt auf einen neu etablierten Inkubator auf dem künftigen Zentis-Frucht-Campus in Aachen. Die Gründer können dort zusammen mit dem Nahrungsmittelkonzern ihre Modelle und Entwicklungen testen, zusätzliche Ideen finden und gemeinsam neue Geschäftsmodelle erarbeiten, um sie auf den Markt zu bringen. „Wir möchten Zentis Ventures als einen der führenden Venture Investor in der deutschen, mittelständischen Food-Industrie etablieren“, so Stefan Beitzel, Leiter des Business-Development.

Von der Schweiz in die Welt

Auch in der Schweiz eröffneten nun zwei Innovationszentren für Gründer aus der Lebensmittelbranche. Der Aromen- und Duftstoffhersteller Givaudan und die Bühler Group, ein Großkonzern für Industrielösungen und Prozesstechnologien zur Verarbeitung von Lebensmitteln, wollen nach Angaben der Handelszeitung den Start-ups dabei helfen, ihre Produkte industriell zu entwickeln und auf den Markt zu bringen.

Das Zurich Innovation Centre von Givaudan entsteht in Kemptthal. Hier stehen Entwicklungen unter anderen in den Bereichen alternative Proteine, nachhaltiges Tierfutter und Lebensmittelsicherheit und -betrug sowie natürliche Zutaten für Lebensmittelanwendungen, Geschmackstoffe und schonende Verarbeitung im Fokus. Die Bühler Group unterstütze auf dem eigenen Innovationscampus, mit Labors, Know-how und der globalen Präsenz und Vernetzung.

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