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Food-Trends aus Sicht eines Venture Capitalist

Prof. Dr. Bastian Halecker leitet den VC "Hungry Ventures" in Berlin. Welche Food-Trends sieht er auf die Landwirtschaft zukommen? (Foto: Nestim)

Hungry Ventures aus Berlin bringt seit kurzem Unternehmen und Start-ups aus dem Food-Bereich zusammen. Im Gespräch mit f3 verrät Gründer Bastian Halecker, welche Trends er vom Acker bis zum Teller ausgemacht hat.

f3 - farm. food. future: Die Nestim GmbH bringt bestehende Unternehmen mit Start-ups zusammen - dank der neuen Einheit „Hungry Ventures“ nun auch im Ernährungsbereich. Kommen die Food-Unternehmen auf der Suche nach Innovationen zu euch? Oder sind es umgekehrt die Start-ups, die Unternehmensunterstützung benötigen? 

Bastian Halecker: Es passiert beides. Wir unterstützen Start-ups und Unternehmen, die mit vielversprechenden Ideen oder Prototypen auf uns zukommen. Zeitgleich generieren wir auch eigene Venture-Ideen oder unterstützen große Unternehmen dabei, mit uns zusammen auszugründen.

Durch unser Netzwerk bieten wir Gründern und Unternehmen optimale Rahmenbedingungen, um Produkte zu testen und schnell auf die Straße zu bringen. Wir haben dafür Experten für jeden Fachbereich verfügbar. Ob Data-Scientists, Nutrition-Experts oder techaffine IoT-Profis: wir können dank unseres interdisziplinären Teams die richtigen Mittel zum richtigen Zeitpunkt bereitstellen.

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Hungry Ventures aus Berlin bringt seit kurzem Unternehmen und Start-ups aus dem Ernährungsbereich zusammen. Im Gespräch mit f3 verrät Gründer Bastian Halecker, welche Food-Trends er vom Acker bis zum Teller ausgemacht hat.

f3 – farm. food. future: Die Nestim GmbH bringt bestehende Unternehmen mit Start-ups zusammen – dank der neuen Einheit „Hungry Ventures“ nun auch im Ernährungsbereich. Kommen die Food-Unternehmen auf der Suche nach Innovationen zu euch? Oder sind es umgekehrt die Start-ups, die Unternehmensunterstützung benötigen? 

Bastian Halecker: Es passiert beides. Wir unterstützen Start-ups und Unternehmen, die mit vielversprechenden Ideen oder Prototypen auf uns zukommen. Zeitgleich generieren wir auch eigene Venture-Ideen oder unterstützen große Unternehmen dabei, mit uns zusammen auszugründen.

Karl Karlo Energieriegel in Kugelform. Ein Start-up von Hungry Ventures.

Durch unser Netzwerk bieten wir Gründern und Unternehmen optimale Rahmenbedingungen, um Produkte zu testen und schnell auf die Straße zu bringen. Wir haben dafür Experten für jeden Fachbereich verfügbar. Ob Data-Scientists, Nutrition-Experts oder techaffine IoT-Profis: wir können dank unseres interdisziplinären Teams die richtigen Mittel zum richtigen Zeitpunkt bereitstellen.

Unsere Stärke ist die kombinatorische Intelligenz: Ein Unternehmen tritt mit einer Idee an uns heran, wir identifizieren das Problem und finden entweder direkt eine Lösung oder involvieren eines der Start-ups aus dem Netzwerk. Entweder eines, das bereits an einer passenden Lösung arbeitet oder diese vollständig bieten kann.

Über den Weg vom Acker zum Teller

f3: Das physische Produkt „Nahrung“ ist nur schwer digitalisierbar. Der Weg vom Acker bis zum Teller ist es nicht. Welche Trends kommen dort auf uns zu?

Bastian Halecker: Der Weg vom Acker bis zum Teller wird immer kürzer und direkter – es werden alternative Kanäle gebraucht. Dadurch ist es möglich, Lebensmittel direkt vor Ort zu „ernten“ – entweder aus Indoor Farms oder aus Vertical Farming, wie man es in Restaurants wie z.b. dem „Good Bank“ in Berlin sieht.

Viele Unternehmen versuchen durch Data Intelligence neue Kanäle zu eröffnen und datengetriebene Prozesse zu automatisieren und globale Infrastrukturen direkter zu verknüpfen. So wie es im kleinen Maßstab bereits im Smart Home möglich ist, könnte auch das Wachstum und der Bedarf einer Pflanze ermittelt und aus der Ferne gesteuert werden. Dank 5G wird dies bald in großem Maßstab möglich sein.

Der Weg vom Acker zum Teller wird immer kürzer und vernetzter.

Prof. Dr. Bastian Halecker

Das Verständnis für das Internet of Things (IoT) wächst und gibt Start-ups und großen Unternehmen die Chance, Ressourcen zu schonen und einzusparen. Uns gibt dieses Verständnis die Möglichkeit, neue IoT-Trends früh(er) wahrzunehmen und mit unseren Partnern neue Marktsegmente zu erschließen.

Wenn unter Laborbedingungen Fleisch aus dem Reagenzglas entsteht, Milchprodukte nicht mehr vom Tier kommen oder Lebensmittel biologisch aktive Inhaltsstoffe (Nutraceuticals) enthalten, ändert sich der Weg von der Farm zum Teller drastisch. Somit wird uns eine komplette, technologiegetriebene Umstellung von Ernährungsgewohnheiten bevorstehen. Wir stehen daher Start-ups zur Seite, die frühzeitig marktfähige Lösungen für kommende Produkttrends wie Algen, Cannabis, Vitalpilze und Insekten in ihrem Portfolio haben und nicht nur den einundsiebzigsten veganen Proteinriegel produzieren.

Mehr Wagniskapital mit neuer KfW-Tochter free

f3: Seid ihr auch schon im AgTech-Bereich aktiv geworden? Also auf der technologisch-agrarischen Seite? Wie will Hungry Ventures hier an Lösungen arbeiten?

Bastian Halecker: Wir finden, dass FoodTech und AgTech gar nicht zwingend eine Trennung benötigen – idealerweise profitiert FoodTech von Innovation aus dem AgTech und umgekehrt. Wir ziehen alle am gleichen Strang und wollen eine sichere Nachverfolgbarkeit, hohe Lebensmittelsicherheit und wirtschaftlich planbare Wertschöpfungsketten erzielen.

f3: Inwiefern ist Hungry Ventures mit Edeka verbunden? Werden neue Start-up-Produkte aus dem Hungry Ventures Haus quasi automatisch bei Edeka gelistet?

Wir haben mit Hungry Ventures unser Office am von Edeka gehosteten Food Tech Campus in Berlin-Moabit. Wir sind enger Partner des Campus und freuen uns, von den vielen Food und FoodTech Start-ups vor Ort bereits als Kompetenzführer wahrgenommen zu werden.

Uns steht eine komplette Umstellung von Ernährungsgewohnheiten bevor.

Prof. Dr. Bastian Halecker

Wir sitzen direkt an der Quelle und stehen Start-ups zur Seite, die frühzeitig marktfähige Lösungen für kommende Trends aufweisen können. Wenn dies gegeben ist, können wir die Möglichkeiten, die der Food Tech Campus bietet, auch nutzen – dazu gehören Pitches direkt vor Edeka-Entscheidern und Netzwerk bildende Veranstaltungen mit Investoren, Einkäufern und anderen Experten. Wir sind also zuversichtlich, zukünftig für Lösungen, die eine Verknüpfung von Produkt- und Technologietrends realisieren, auch Listungen zu vermitteln.