Am von Anja Rose

Der Nudel-Lohnunternehmer

Über 50 verschiedene Nudelsorten stellt „Kuntz feine Eiernudeln“ in Rheinland-Pfalz im Lohn für Direktvermarkter her. Zuerst verarbeitete Christoph Kuntz nur Bruch-Eier. Heute sind es 1,5 t pro Woche.

Der Artikel erschien zuerst in HofDirekt, Ausgabe 02/2019.

Christoph Kuntz war gerade mal 17 Jahre alt, als er seinen Hofladen im elterlichen Kartoffel-Betrieb in Herxheim, Rheinland-Pfalz eröffnete. Damals arbeitete Christoph Kuntz Vollzeit als Koch und baute sich seinen Betriebszweig und seine Selbstständigkeit nach und nach auf. Denn der Hofladen blieb nicht sein einziges Projekt. Schon ein Jahr später begann er mit der Nudelherstellung zu experimentieren. Christoph Kuntz verwertete die Überschuss- und Bruch-Eier der eigenen Freilandhennen. Zunächst produzierte er nur für den Eigengebrauch. Dann im kleinen Stil für Verwandte und Bekannte. „Am Anfang haben wir mit einer normalen Haushalts-Nudelmaschine gearbeitet und die Nudeln in Zip-Gefrierbeuteln verkauft und verschenkt“, erzählt der heute 29-Jährige. „Allerdings war schnell klar, dass es so nicht weitergehen konnte.“

Christoph Kuntz (Bildquelle: Rose)

Ausbau der Nudelmanufaktur

In einer Kochzeitschrift stieß Christoph Kuntz auf eine Anzeige für eine gebrauchte Nudelmaschine, mit der er in größerem Stil produzieren konnte. Mit dieser produzierte er für sich selbst und eine Handvoll Direktvermarkter. Nach und nach wuchs die Nachfrage. Christoph Kuntz investierte in eine größere gebrauchte Maschine und baute die Nudelmanufaktur aus.

Irgendwann standen wir an einem Punkt, an dem wir entscheiden mussten, ob wir weiter wachsen oder so bleiben, wie wir sind.

Christoph Kuntz

Auf dem Hof, der auf den Kartoffel­anbau und die Kartoffelverarbeitung spezialisiert ist und zu dem noch ein Obst- und Gemüsegroßhandel gehören, gingen andere Direktvermarkter ein und aus. Als diese von den selbst produzierten Nudeln erfuhren, wollten viele von ihnen sie ins Sortiment aufnehmen. So stieg die Nachfrage nach „Kuntz feinen Eiernudeln“. „Irgendwann standen wir an einem Punkt, an dem wir entscheiden mussten, ob wir weiter wachsen oder so bleiben, wie wir...