Am von Eva Piepenbrock

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Die etwas anderen Früchte des Erfolgs

In Ghanas weiblicher Gründerszene finden sich wahre Überzeugungstäterinnen. Yvette Dickson-Tetteh baut eine Marke für Trockenfrüchte - und damit eine kleine Wertschöpfungskette auf. Eine Geschichte über Selbstverwirklichung, von der viele etwas haben.

Dass man auf einer Reise durch Ghana über Zebras spricht, verwundert erst einmal nicht. Dass es dabei nicht um Safaris geht, wohl eher schon. „Zebras sind Start-ups, die nachhaltig wirtschaften, langfristigen Wert schaffen und echte Probleme lösen wollen“, sagt Yvette Dickson-Tetteh, Gründerin des Start-ups „Pure & Just Food“.

Yvette Dickson-Tetteh aus Ghana (Bildquelle: Nyani Quarmyne/GIZ)

f3 hat sie im September bei einem Netzwerk-Treffen der weiblichen Gründerszene Ghanas in der Hauptstadt Accra getroffen.

Vor Ort waren gleich mehrere „Zebras“ versammelt, die am liebsten anders agieren, als ihr Gegenpol die „Einhörner“. Bei letzteren steht in erster Linie wirtschaftliches Wachstum im Vordergrund. Bei Zebras ist es wohl eher Mittel zum Zweck. Wir blicken auf eine Unternehmerin, deren Anspruch Beobachter optimistisch stimmt.

Wertschöpfung schaffen

Um vorab einem Missverständnis vorzubeugen: Zebras sind nicht die Wohlfahrt. Aber ihr Anspruch scheint anders gefärbt zu sein. Yvette Dickson-Tetteh, die Trockenfrüchte vermarktet, sagt etwa: "Einkommensungleichheit ist eines der größten Hindernisse für die Entwicklung von Individuen und Gemeinschaften. Ich arbeite daran, Menschen finanziell zu stärken. Nur so können sie mit der Selbstbestimmung handeln, die für uns alle selbstverständlich ist.“ In unseren Breitengraden würde das vielleicht abgehoben klingen. In diesem Augenblick in Ghana wirkt es glaubhaft.

Ich habe mir gedacht, wir können das auch selbst auf einem hohen Niveau hinkriegen

Yvette Dickson-Tetteh

Praktisch gesehen, können Yvette und ihr Mitgründer Emmanuel Ampadu bereits elf neu geschaffene Arbeitsplätze nachweisen. Und sie liefern den Beweis gleich mit, dass Rohprodukte aus Ghana durchaus auch vor Ort veredelt werden können. So wäscht, schneidet, trocknet und verpackt das überwiegend weibliche Verarbeitungsteam die Bananen, Ananas, Papaya und Mangos in Handarbeit. Yvette vermarktet sie unter dem Namen „Yvara Farm“ innerhalb Ghanas an Einzelhändler. Kürzlich sind die ersten zwei Lieferungen nach Großbritannien und nach Russland versendet worden. Insgesamt hat Pure & Just Food 2019 rund 31t Früchte verarbeitet und damit einen Umsatz von 31.500 US-Dollar erwirtschaftet. „Damit tragen wir uns bereits selbst“, sagt die 27-Jährige.