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Food-Report

Innovationen in der Lebensmittelwirtschaft

Warum investieren Lebensmittelunternehmen in (nachhaltige) Innovationen? Wie kommunizieren sie diese? Eine aktuelle Studie zeigt: die Sorge, dass Innovation als Greenwashing abgetan wird, schwingt mit. 

Was treibt die deutsche Lebensmittelindustrie an, Innovationen zu entwickeln? Sind es Verbraucherwünsche, Nachhaltigkeitsgedanken oder der Gesetzgeber? Welche technologischen Prozesse werden in den nächsten Jahren für Food-Innovationen eine Rolle spielen? Wie werden diese finanziert und wie schätzen die Hersteller von Lebensmitteln die Kommunikation von Innovationen ein?
Im Rahmen einer aktuellen Studie befragten das Deutsche Institut für Lebensmitteltechnik e.V. (DIL) und die Kommunikationsberatung Engel & Zimmermann die Innovationstätigkeiten deutscher Lebensmittelhersteller. Im Zeitraum von Juni bis September 2020 wurden 91 Entscheider in deutschen Unternehmen, die Lebensmittel herstellen (durchschnittlicher Umsatz: 379 Mio. €) online befragt. 

Die Ergebnisse: Innovationen in Bezug auf die Umwelt

Innovationen in neuartige Prozesse tätigte die Hälfte der teilnehmenden Unternehmen (53 %) in den vergangenen drei Jahren. In diesem Bereich spielten Umweltwirkungen die größte Rolle. (Bildquelle: DIL/Engel & Zimmermann)

Innovationen in neuartige Prozesse tätigte die Hälfte der teilnehmenden Unternehmen (53 %) in den vergangenen drei Jahren. Gründe dafür liegen in diesem Bereich vermehrt in den Auswirkungen auf die Umwelt: 79 % der Innovatoren gaben an, dass ihre Prozessinnovationen einen Beitrag zur CO2-Reduktion im Unternehmen leisten. Ebenfalls 79 % nannten die Verringerung des Energieverbrauchs als positive Umweltwirkung ihrer Innovation. Eine große Rolle spielt auch die Verringerung des Material- und Wasserverbrauchs (71 %).  
80 % der Befragten gaben an, dass die Einführung von Umweltinnovationen zur Verbesserung der Reputation ihres Unternehmens diente.
Food-Report, DIL und Engel & Zimmermann
80 % der Befragten gaben an, dass die Einführung von Umweltinnovationen zur Verbesserung der Reputation ihres Unternehmens diente. 75 % nannten die Erfüllung bestehender, 72 % die Erwartung künftiger gesetzlicher Vorgaben als Grund. Dass Nachhaltigkeit immer auch eine ökonomische Komponente beinhaltet, zeigt sich darin, dass 72 % die steigenden Kosten für Energie oder andere Rohstoffe als Motivation nannten, in Umweltinnovationen zu investieren.

Wenig Kooperation, kaum staatliche Förderung und wichtige Kommunikation

„Kein Interesse“ ist noch die geringste Sorge der Unternehmen, die in Innovation investieren. „NGO-Kampagnen“ werden ebenfalls genannt. (Bildquelle: DIL/Engel & Zimmermann)

85 % der im Food-Report berücksichtigten Innovationen wurden im Unternehmen selbst entwickelt. 41 % im Unternehmen zusammen mit einem anderen Unternehmen. Lediglich in 14 % der Fälle arbeiteten die Unternehmen mit Forschungseinrichtungen zusammen. Mehr als zwei Drittel der Unternehmen gaben an, für ihre Innovationsaktivitäten keine Fördergelder von öffentlichen nationalen oder internationalen Einrichtungen bezogen zu haben (69 %). 
Die Kommunikation von Nachhaltigkeitsinnovationen bleibt herausfordernd.
Frank Schroedter
Ein weiterer Teilbereich der Studie beschäftigt sich mit der Kommunikation von Innovationen. Ein heterogenes Bild zeigte sich bei der Frage, wie herausfordernd die Lebensmittelhersteller die Kommunikation bestimmter Innovationsarten einschätzen. Fast zwei Drittel (62 %) sehen es als (sehr) herausfordernd an, die Verwendung neuer Technologien in der Herstellung zu kommunizieren.  Anders sieht es bei Innovationen aus, die direkt beim Endverbraucher ankommen: Mehr als zwei Drittel der Befragten sehen es als überwiegend leicht an, Verbesserungen bei der Verpackung (66 %) oder eine Reduktion bestimmter Zutaten (70 %) zu kommunizieren.

Berkshire-Schweine: Mehr Geschmack und mehr Tierwohl

von Maike Schulze-Harling

Fein mamoriertes Fleisch gibt es von Berkshire-Schweine, die René Roberg auf seinem Hof hält. Er und sein Partner Uwe Jerathe möchten ihren Kunden damit einen geschmacklichen Mehrwert bieten.

Dahingegen nehmen nachhaltige (umweltfreundliche) Verpackungen (69 %) und Fortschritte beim Tierwohl (54 %) Spitzenplätze bei den eher leicht zu kommunizierenden Themen ein. „Ungeachtet dessen bleibt die Kommunikation von Nachhaltigkeitsinnovationen herausfordernd“, sagt Frank Schroedter, Vorstand und Partner von Engel & Zimmermann. „Das liegt vor allem an der Fallhöhe: Wer sich und seine Produkte als nachhaltig positioniert, muss sich auch der kommunikativen Risiken bewusst sein, die möglicherweise andere Bereiche des Unternehmens mit sich bringen. Auch die Gefahr des Greenwashings schwingt schnell mit, wenn die Kommunikation nicht stimmig ist.“


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