Am von Justin Brinkmann

Förderprojekt

KI für Weinbau: Startschuss für digitale Verbundprojekte

Mit insgesamt über 4 Mio. € fördert das BMEL zwei große Verbundprojekte, mit denen der Einsatz von künstlicher Intelligenz (KI) im Weinbau vorangetrieben werden soll.

Auf dem Umwelt-Campus Birkenfeld der Hochschule Trier hat Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner am 10. Mai 2021 Förderbescheide an die Koordinatoren zweier Projekte, PINOT und SmartGrape, übergeben. Das Ziel: Den Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) im Weinbau vorantreiben. 
„Die Digitalisierung ist im Weinbau längst angekommen. Und mit gezielter Forschungsförderung bringen wir hier weitere Innovationen im Bereich der künstlichen Intelligenz voran. Zum einen fördern wir eine ‚künstliche Nase‘: Es geht um digitale Sensorsysteme, die die Wahrnehmung des Winzers bei Geschmack, Aroma und Aussehen unterstützen und festhalten“, so Klöckner in einer Pressemeldung. „Zum anderen unterstützen wir die Entwicklung eines Messsystems zur Charakterisierung der Qualität von Weintrauben – hin zu mehr Effektivität und Objektivität. Es sind Vorhaben, die die Arbeit der Winzerinnen und Winzer zukünftig erleichtern und dem Verbraucher beim Weinkauf noch mehr Orientierung bieten können.“
Es sind Vorhaben, die die Arbeit der Winzerinnen und Winzer zukünftig erleichtern und dem Verbraucher beim Weinkauf noch mehr Orientierung bieten können.
Julia Klöckner, Bundeslandwirtschaftsministerin 

PINOT: Projekt zur Entwicklung einer künstlichen Intelligenz für oenologische Technologie 

Um die Arbeit von Winzern zu erleichtern, wird im KI-Verbundprojekt „PINOT“ die menschliche Wahrnehmung von Nase, Zunge und Mund mit Sensoren und künstlicher Intelligenz unterstützt. Ziel des Projekts ist es, Winzer, Kellermeister sowie Weinhändler durch die Entwicklung mobiler Handgeräte und Laborsysteme bei der Erfassung weinbezogener Informationen zu unterstützen. Dadurch soll es möglich werden, den Geschmack von der Traube bis zum fertigen Wein objektiv und digital festzuhalten. Auf Grund der Komplexität von Wein ist die Erfassung und Verarbeitung qualitätsbestimmender Merkmale eine große Herausforderung in den verschiedenen Schritten der Weinherstellung. Für Qualitätssicherung, Rückverfolgbarkeit, Nachhaltigkeit und Sicherstellung der Authentizität von Wein kommen daher Multi-Sensor-basierten Analysesystemen eine besondere Bedeutung zu. Das Fördervolumen beträgt 2,9 Mio. €. 

VineForecast: Prognosemodell im Weinbau

von Justin Brinkmann

Das Göttinger Start-up „VineForecast“ verspricht schlagspezifische Krankheitsprognosen für den Echten und Falschen Mehltau im Weinbau per App. Nutzer werden zur Mitarbeit eingeladen. 

SmartGrape: KI-basiertes Messsystem zur Qualitätsbestimmung im Weinbau

Das Verbundprojekt „SmartGrape“ konzentriert seine Forschung auf die Entwicklung eines kompakten Messsystems auf Basis der Infrarotspektroskopie im mittleren Infrarotbereich (MIR). Für die Entwicklung soll an verschiedenen Punkten KI eingesetzt werden, um ein mobiles, adaptives, kostengünstiges, robustes und zuverlässiges Messsystem zur Auswertung komplexer Spektren zu entwickeln und damit die Qualitätscharakterisierung von Weintrauben und die Bestimmung des Schimmelpilzwachstums voranzutreiben. Die Entwicklung erfolgt unter Einsatz maschineller Lern- und Datenverarbeitungsmethoden. Viele tausend Signale qualitätsbestimmender Traubeninhaltsstoffe werden mittels KI in den Qualitätskontext des Produkts Wein gesetzt. Das Messsystem wird als kompaktes, robustes und kostengünstiges Verfahren für die Anwender im Weinberg und Kelterhaus konzipiert. Gefördert wird das Projekt mit insgesamt 1,2 Mio. €.