Am von Eva Piepenbrock

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Klimalabel für Lebensmittel?

In einem neuen Positionspapier sprechen sich Prof. Dr. Achim Spiller und Verbraucherforscherin Dr. Anke Zühlsdorf für ein Klimalabel auf Lebensmitteln aus. So lauten ihre wichtigsten Empfehlungen.

Eine Möhre ist viermal klimafreundlicher als eine Salatgurke. Der Treibhausgaswert einer frischen Ananas, die per Schiff transportiert wurde, liegt gleich 25-mal niedriger, als von einer Flugtransport-Ananas. Doch welcher Konsument kann schon realistisch einschätzen, welches Lebensmittel welche Klimawirkung hat? Ein Klimalabel auf Lebensmitteln könne durch mehr Transparenz Abhilfe schaffen und langfristig zu einem besseres Verständnis für die Größenordnung von Treibhausgasen führen. Das schreiben Prof. Dr. Achim Spiller vom Lehrstuhl Marketing für Lebensmittel und Agrarprodukte an der Georg-August-Universität Göttingen und Verbraucherforscherin Dr. Anke Zühlsdorf von der Agentur Zühlsdorf + Partner in einem kürzlich veröffentlichten Positionspapier. f3 fasst die wichtigsten Empfehlungen zusammen.

Anteil der Ernährung an den Treibhausgasemissionen

Farblich mit den bekannten Ampelfarben abgestuft und mit konkreten Treibhausgaswerten kombiniert. So könnten sich die Forscher ein Klimalabel vorstellen. (Bildquelle: Spiller/Zühlsdorf)

Ein deutscher Bürger verursacht durchschnittlich 10t Kohlendioxid-Äquivalente (CO2-e) pro Kopf und Jahr. Davon macht die Ernährung mit rund 2t CO2-e rund ein Fünftel aus. "Mangels Kennzeichnung haben Verbraucher wenig Möglichkeiten, Klimabelastungen in ihrem Verhalten zu berücksichtigen", schreiben Spiller und Zühlsdorf in ihrem Papier. Dabei ließe sich "bei besonders klimabewusstem Essen" mit ungefähr der Hälfte, also einer Tonne CO2-e auskommen. Diese Werte ließen sich sowohl durch das Weglassen tierischer Erzeugnisse erreichen wie auch bei einem flexitarischen Ernährungsstil, wenn die Produkte technisch optimiert hergestellt wären (Gewächshäuser mit regenerativen Energien beheizt, emissionsarme Verpackungen etc.).

Lebensmittel sollten nach Vorstellung der Forscher mit einem auf Durchschnittswerten basierenden, mehrstufigen und farblich codierten Klimalabel gekennzeichnet werden. Ergänzt werden solle die farbliche Ampelkennzeichnung durch die detaillierte Angabe...