Am von Prof. Dr. Stefan Töpfl

Lebensmitteltechnologie: Wie schmeckt die Zukunft?

Veränderte Verbrauchergewohnheiten, neue Technologien, eine dezentrale Lebensmittelproduktion und Kreislaufwirtschaft – diese Trends verändern die Ernährungswirtschaft. Dr. Stefan Töpfl, Experte für Lebensmittelverfahrenstechnik, blickt auf die Trends und Innovationen der Branche.

Jeder weiß, unsere Lebensmittel versorgen uns täglich mit Energie und lebenswichtigen Nährstoffen. Aber ihre Produktion verbraucht auch eine erhebliche Menge natürlicher Ressourcen. Das kommt zunehmend bei den Verbrauchern an. Sie erwarten nicht mehr länger nur gesunde und hochwertige Produkte, die noch dazu einfach zuzubereiten sind. Die Menschen erwarten auch, dass ihre Lebensmittel nachhaltig produziert werden.  

Das stellt den gesamten Wirtschaftszweig vor Herausforderungen. Mit einem Team von 200 Experten unterstützt das Deutsche Institut für Lebensmitteltechnik DIL e.V. die Lebensmittelwirtschaft in diesem Innovationsprozess. Im Folgenden gebe ich Einblicke in die neuesten Entwicklungen und Trends.

Dr. Stefan Töpfl ist Lebensmitteltechnologe und befasst sich am DIL e.V. mit energieeffizienten, ressourcenschonenden Prozessen zur Herstellung von Nahrungsmitteln. (Bildquelle: f3)

1. Trend: Haltbarkeit, Frische, Inhaltsstoffe

Der Verbraucherwunsch nach hochwertigen, möglichst wenig verarbeiteten Lebensmitteln mit vielen natürlichen Inhaltsstoffen erfordert die Entwicklung neuer Technologien. „Die sich ändernden Rahmenbedingungen stellen also wesentliche Innovationstreiber dar“, sagt Dr. Stefan Töpfl, Experte für Lebensmittelverfahrenstechnik am DIL. „Ein Beispiel dafür sind produktschonende Haltbarmachungsverfahren.“ Dazu zählen die Anwendung von Hochdruck oder sogenannten gepulsten elektrischen Feldern, die im Vergleich zum Einsatz von Konservierungsstoffen oder der üblichen Hitzebehandlung Dr. Töpfl zufolge Vorteile haben: Die Verfahren nutzen physikalische Wirkprinzipien bei niedriger Temperatur. Das erlaubt den Erhalt wertgebender Inhaltsstoffe wie Vitamine und Mineralien. Und der typische Frischecharakter der Produkte bleibt bestehen. „Wir können das Produkt also länger haltbar machen, ohne seine Qualität zu mindern“, sagt Töpf. „Das vermeidet Lebensmittelverschwendung und ermöglicht uns gleichzeitig, qualitativ hochwertige Convenience-Produkte zu entwickeln.“

Semi-industrielles System zur Hochdruckbehandlung (Bildquelle: DIL)

2. Trend: Produktion dezentralisieren, Wertschöpfungskreisläufe schließen

Nicht nur die Herstellungsverfahren ändern sich. Die gesamte...