Am von Eva Piepenbrock

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Food Trends 2022

Lebensmitteltrends als Inspiration für neue Produkte?

Behält eine aktuelle Trendstudie Recht, fragen Verbraucher künftig Lebensmittel nach, die besondere Eigenschaften haben: Nudeln aus Getreide, dessen Anbau den Boden schont. Burger, die halb Fleisch halb Gemüse sind. Oder ganz unbekannte Exoten. Wer auf seinem Betrieb Neues probieren möchte, findet hier vielleicht Ideen.

Das amerikanische Unternehmen „Whole Foods“ bringt jedes Jahr eine Liste der Top 10 Lebensmitteltrends heraus. f3 hat sich daraus die relevanten Entwicklungen herausgepickt, die für Akteure der Agrar- und Food-Szene sowie für landwirtschaftliche Erzeuger neue Inspiration bereithalten könnten. 

Reduzieren, statt weglassen

Reducetarianism: Die sperrige Wortneuschöpfung meint Produkte, die es ermöglichen, den Verzehr von Fleisch, Milch oder Eiern zu reduzieren, ohne die tierischen Inhaltsstoffe vollständig auszuschließen. Das können Burger sein, die zur Hälfte Fleisch, zur anderen Hälfte aber pflanzlich sind. Oder Joghurt, der weniger Milchanteil hat etc. Verbraucher treffen dem Trendreport zufolge künftig noch eine sorgfältigere Auswahl, wenn es um die Wahl von tierischen Erzeugnissen wie Steaks und Frühstückseier geht. Whole Foods glaubt, dass wir im kommenden Jahr mehr von dieser Art Produkten im Supermarktregal sehen werden.

Keine halben Sachen? Beim Start-up „Rebelmeat“ schon. Das junge Unternehmen aus Österreich will dazu beitragen, dass weniger Fleisch konsumiert wird und stellt Fleischprodukte her, die zur...

Vertical Farming

Urban Indoor Farming: Kräuter und Salate können schon jetzt in Gewächshaussystemen mit 100 % erneuerbarem Strom angebaut werden. Und die Indoor-Landwirtschaft wird sich laut Trendreport rasant weiterentwickeln: von Hydroponik und Aquaponik bis hin zu Pilzen, die über Lebensmittelregalen wachsen – und sogar frische Produkte, die von Robotern angebaut werden. Produzenten werden dem Report zufolge neue, grenzübergreifende Wege finden, um hyperlokale Pflanzen anzubauen und die Effizienz zu maximieren.

Wird sich Indoor Farming noch weiter ausbreiten? Der Trendreport glaubt: Ja. (Bildquelle: Landwirtschaftsverlag GmbH)

Getreide, das gut für den Boden ist

Bodengesundheit soll sich Whole Foods zufolge künftig immer besser vermarkten lassen: Das Unternehmen erwartet, dass die Menschen künftig Getreideprodukte priorisieren, deren Anbau bodenverbessernde Methoden einschließen. Daher stehen Nudeln, Getreide und sogar Bier ganz oben auf der Liste, die damit werben, die Bodenfruchtbarkeit zu erhalten.

Seit mehr als 20 Jahren beobachtet Hanni Rützler den Wandel in der Esskultur. Im jährlichen Food-Report zeichnet die Ernährungswissenschaftlerin und Gesundheitspsychologin Zukunftstrends auf. Was...

Sonnenblumenprotein

Nach Ansicht des US-Unternehmens werden es Sonnenblumenkerne vermehrt in Cracker, Eiscreme und cremigen Käse schaffen. Die Kerne liefern Protein und ungesättigte Fette und könnten zu Snacks verarbeitet werden, die – weil ohne Nüsse – auch für Allergiker geeignet sind.

Trend-Kulturen: Yuzu, Hibiskus, Moringa 

Der Report nennt gleich mehrere Trendpflanzen, die sich künftig – zumindest als besondere Zutat – vermehrt auf dem Speiseplan finden könnten. Dazu zählt etwa Hibiskus für neue Fruchtaufstriche, Joghurts oder Getränke. Oder der wahrlich unbekannte Exot „Moringa“. Das als „Wunderbaum“ bezeichnete Gewächs wird üblicherweise in Indien und Afrika kultiviert, weil es dürreresistent und nährstoffreich sein soll. Whole Foods spricht auch Yuzu, einer eher unbekannten Zitrusfrucht aus Japan, Korea und China Trendpotenzial zu.  


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