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Digitale Grüne Woche

Marktkost gewinnt IGW Startup Days

Innovationen aus Food und Agrar, Start-up-Pitches und Gründungsmotivation von Investor Frank Thelen – ein Rückblick auf die digitalen Startup-Days auf der Internationalen Grünen Woche.  

Die Startup Days sind seit vier Jahren fester Bestandteil der Internationalen Grünen Woche (IGW). In der vergangenen Woche fanden sie erstmals rein digital statt - jedoch mit einem nicht minder scharfen Blick in Richtung Zukunft der Land- und Ernährungswirtschaft. Im Zentrum standen diese sechs vorab ausgewählten Start-ups selbst. Als ein Highlight der Startup Days gilt aber sicher auch eine Key-Note von Frank Thelen, dem bekannten europäischen Seriengründer und Technologie-Investor. Er sprach in seiner Keynote über die Relevanz des Food-Sektors, die Kraft der Technologie und warum Start-ups gerade jetzt gute Chancen haben, sich erfolgreich aufzustellen. Unterstützt wurde die Organisation der Startup Days von der Andreas Hermes Akademie, f3 und der German Agrifood Society. 
Die Gründerteams hatten jeweils zwei Minuten Zeit, sich und ihre Geschäftsidee aus dem Food- und AgTech-Bereich einer Jury vorzustellen, die ihnen dann im Anschluss acht Minuten lang „auf den Zahn“ fühlte. Zu gewinnen gab es einen Platz auf der nächsten IGW, ein individuelles Mentoren-Coaching sowie mediale Vermarktungsmöglichkeiten, u.a. mit einer Sonderveröffentlichung auf f3.de. Nach zwei spannenden Tagen freute sich das Gründerteam von „Marktkost“ über die Auszeichnung. 

Gerichte mit regionalen Zutaten in die Firma geliefert

Laura Maria Horn ist die Gründerin von „Marktkost“. (Bildquelle: instagram.com/marktkost)

Das junge Unternehmen aus Brandenburg, das im Pitch von Gründerin Laura Maria Horn vertreten wurde, bietet „Next Level Lunch“.  Das Team will zeigen, dass die abwechslungsreiche Verpflegung einer Belegschaft auch in Unternehmen ohne Kantine möglich ist und liefert dafür frische Fertigmahlzeiten aus regionalen Zutaten in umweltfreundlichen Mehrweggläsern direkt an die Unternehmen. Mit einer tech-basierten Lösung, die Flexibilität bei der Bestellung verspricht, will Marktkost dafür sorgen, dass wöchentlich wechselnde Gerichte auf den Mittagstisch kommen. 
Wir setzen schon bei der Speisenzusammenstellung auf Regionalität und Saisonalität.
Laura Maria Horn
Die Gerichte können schon an Firmen mit fünf Mitarbeitern geliefert werden. Diese bestellen die Speisen online und lagern sie bis zum nächsten Liefertag in den Kühlschränken der Firmen. „Wir setzen schon bei der Speisenzusammenstellung auf Regionalität und Saisonalität“, sagte Laura Maria Horn. „Diese Woche hatten wir zum Beispiel ein Graupenrisotto im Angebot.“ Regionalität heißt für das Start-up, dass sie Zutaten aus Deutschland verwenden – und dann so gut es geht von Erzeugern aus der Region.
Die Kosten für die Gerichte trägt nicht automatisch der Mitarbeiter, sondern – je nach Bezuschussung – der Chef. Laura Maria erklärte: „Viele Arbeitgeber unterstützen das Ziel, gesunde Ernährung für ihre Belegschaft möglich zu machen.“ Das steigere die Motivation und  Leistungsfähigkeit der Arbeitnehmer.
„Die Jury hat ein junges Start-up gewählt, das sich in der Kombination aus Digitalisierung, Nachhaltigkeit, Gesundheit, Ernährung und Regionalität ein Stück weit hervor gehoben hat“, begründete Gerald Dohme vom Deutschen Bauernverband die diesmal durchaus knappe Entscheidung der insgesamt sechsköpfigen Jury. Diese bescheinigte allen teilnehmenden Teams eine „echte Perspektive“ für die Zukunft. 

Frank Thelen: „Food ist so unfassbar groß“

Eine halbe Stunde lang war der bekannte Investor Frank Thelen den Startup Days digital zugeschaltet. Er ordnete die Bedeutung des Agrifood-Sektors deutlich ein und sagte: „Food ist so unfassbar groß. Es ist das, was wir alle jeden Tag zu uns nehmen und was extrem wichtig ist. Und umso wichtiger, dass wir die neuen technologischen Möglichkeiten nutzen und einbringen.“ Als Beispiele für neue Technologie, die die Lebensmittelkette nachhaltiger und effizienter mache, nannte er Roboter und Sensoren, um Felder vollautomatisch zu bestellen. Auch Fleisch aus dem Labor sei für ihn ein „Game Changer“, von dem er hoffe, dass er noch größer wird.
Food ist so unfassbar groß.
Frank Thelen 
Wichtig war Frank Thelen zu betonen, dass die Lebensmittelkette von A bis Z durchdacht werden sollte. „Wir überlegen zum Beispiel derzeit, wie man Bio-Abfälle nutzen kann, um damit Insekten und Fliegenarten hocheffizient zu züchten, um diese dann lokal Nutztieren und Fischen zu füttern“, sagte Frank Thelen. „Wir müssen von der Erzeugung bis zur Nutzung lokal denken und lokal handeln.“ 
Technologie gepaart mit diesem dezentralen Denken entlang der gesamten Lebensmittelwertschöpfungskette, diese Kombination sei es, die die Menschen nutzen müssten. „So müssten wir auch nicht zurückstecken und können uns weiterhin hochwertiges Fleisch und hochwertigen Wein gönnen“, sagte Thelen. „Wir müssen es nur eben intelligenter machen und diese Dinge nicht aus Übersee einfliegen lassen.“ 

Keynote Frank Thelen: „Die Start-ups sind agiler als die Großen.“ (Bildquelle: Messe Berlin GmbH)

Start-ups sind begehrte Partner mit begehrten Produkten

Zum Schluss seiner Keynote hatte der Investor noch motivierende Worte für die Gründerteams dabei. Er machte deutlich, dass große Handelsketten durchaus Interesse hätten, Start-ups und ihre Produkte als neue Partner zu sehen. „Der Handel hat Spaß und Freude an euren Stories, hinter denen ihr steht“, sagte Thelen. „Und auch die Konsumenten verstehen langsam immer mehr, wie wichtig es ist, dass wir uns hochwertig und vernünftig ernähren.“ Thelen sieht hierin eine große Chance für aktuelle Teams. 

Die Planungen für die Start-up Days auf der Internationalen Grünen Woche sind abgeschlossen. Die Finalisten der digitalen Pitches stehen fest. Seid digital dabei und meldet euch jetzt an.

Was die Start-ups nach Meinung des Investors auch nutzen sollten, ist ihre Schnelligkeit. Thelen sagte mit Bezug auf das Beispiel einer nachhaltigen Verpackung: „Die Großen sind langsam, die haben Angst. Wenn ihr sagt, ihr habt eine neue, umweltschonende Verpackung, dann gebt Gas. Ein großer Player lässt sowas erst sechs Monate von oben bis unten testen und Verbraucher befragen. Ihr seid da agiler.“ 

Veranstalter zeigen sich zufrieden

 Die Veranstalter der in diesem Jahr ausnahmsweise digital ausgetragenen IGW zeigten sich zufrieden. Nach ihren Angaben verzeichnete das Digitalevent an den beiden Veranstaltungstagen weit mehr als 20.000 Zugriffe. Das gesamte Programm steht online auf Abruf als on-Demand-Video zur Verfügung. Interessierte können sich nach wie vor für die IGW Digital registrieren und kostenfrei auf die Inhalte zugreifen.


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