Am von Eva Piepenbrock

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Foodwaste reduzieren

Matchmaking für überschüssige Lebensmittel

Erzeuger, Verarbeiter, Spediteure, Großhandel, Einzelhandel, Verbraucher. Vom Hof bis zum Teller gehen Lebensmittel verloren. Die Komplexität des Problems ist gewaltig. Das Start-up „SPRK“ will es auf einer technologiegetriebenen Plattform lösen, zu der jeder Teilnehmer der Lieferkette Zutritt hat. Was es dazu braucht? Pragmatismus. Und den Willen, kleine Erfolge schnell zu skalieren.

Buletten aus Grillfleisch, das bei Regenwetter liegen geblieben ist. Suppe aus Tomaten, die übermorgen nicht mehr schön aussehen. Apfelsaft aus zu klein geratenen Äpfeln. Milchreis aus Milch, die bald abläuft. Alexander Piutti hat noch zig solcher Beispiele parat. Der Gründer des Start-ups „SPRK“ (gesprochen: Spark) hat den Kampf gegen Lebensmittelverschwendung aufgenommen. Er will mit einem Beispiel nach dem anderen zeigen, dass er im Schulterschluss mit der Lieferkette für jedes überschüssige, aber noch bestens geeignete Lebensmittel das passende Gegenstück finden und vermitteln kann. 
Dabei geht es Piutti um Menge. „Lasagne im Glas, Gemüseeintöpfe, Nachtische oder Tomatensuppe in 200-Liter-Schläuchen – wir arbeiten derzeit mit Prototypen für B2B-Vorprodukte, die in großen Volumen gehandelt werden“, erklärt der Gründer, der schon mehrere Start-ups erfolgreich aufgebaut hat. „Wir wollen nicht in Schönheit sterben, sondern groß denken.“ Seit gut 18 Monaten arbeitet Alexander Piutti mit einem mittlerweile auf 14 Köpfe gewachsenen Team daran, das sehr große, sehr komplexe Problem Food Waste in seine Einzelteile zu zerlegen, um es dann Schritt für Schritt zu lösen. 

Erstes Berliner Logistiklager ist „Food-Waste-Free“

Das Grundproblem ist schnell umrissen und längst bekannt: Deutschlandweit gehen entlang der gesamten Lieferkette jedes Jahr rund 12 Mio. t Lebensmittel verloren. Und damit kostbare Ressourcen. Das SPRK-Team will zuerst da ansetzen, wo viel zu retten ist: „Wir arbeiten derzeit mit den Lagern der Lebensmittelhändler zusammen, den Knotenpunkten, wo jeden Tag Dutzende Tonnen an Ware gedreht werden“, sagt Piutti. „In einem Logistikzentrum eines unserer Partner konnten wir in einer Pilotphase die logistische Praxis begreifen, alle unsere Annahmen überprüfen und unglaublich viel lernen.“ Das war auch nötig. Denn Knowhow vom Lebensmittelsystem hatte der Unternehmer nur begrenzt, der vor der Gründung von SPRK primär in der internationalen Digitech- und Gaming-Welt unterwegs war. „Wir mussten zum Beispiel lernen, bestehende Regelwerke zu verstehen, die Lebensmittel nicht einfach weiterzuverkaufen und nicht in Konkurrenz treten zu den Stellen, die die Lebensmittel auch an Bedürftige abgeben“, berichtet der 52-Jährige.
Die Bauern sind extrem interessant für uns. Wir würden uns sehr gern mit einem Pilotbetrieb in der Nähe von Berlin zusammensetzen.
Alexander Piutti
Die Konsequenz: SPRK geht mit dem Wissen über überschüssige Ware auf Produzenten zu, die diese weiterverarbeiten können. Das verarbeitete, also neu entstandene Produkt bietet das Start-up dann wieder dem Groß- und Einzelhandel oder anderen Einrichtungen an. Der Vorteil: SPRK will den Mehrwert als „Kreislaufprodukt“ mit vermarkten und dem Abnehmer verdeutlichen, dass er mit Erwerb der Ware gegen Lebensmittelverschwendung vorgeht.
Besonders stolz...


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