Am von Caroline Schulze Stumpenhorst

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Proteinquelle zum Essen

Mehlwürmer als Lebensmittel

Sowohl das ganze getrocknete Insekt als auch die Pulverform des gelben Mehlwurms sollen jetzt in der EU für den menschlichen Verzehr freigegeben werden. Die Lebensmittelbehörde EFSA hält es für unbedenklich, die Insektenlarven zu essen. 

Ob in Proteinriegeln, Müslis oder als Snack – Insekten tauchen immer häufiger in Lebensmittelentwicklungen auf. Eine Zulassung für den EU-Lebensmittelhandel hatten sie bisher nicht. Das soll sich nun ändern. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hat eine wissenschaftliche Stellungnahme veröffentlicht, die besagt, dass der Gelbe Mehlwurm  (Tenebrio molitor) als ganzes getrocknetes Insekt oder in Form von Pulver bedenkenlos verzehrt werden kann. Dabei sollen die Larven des Mehlkäfers keine ernährungsphysiologischen Nachteile mit sich bringen.  
Hinsichtlich der Stabilität des Produkts während der Haltbarkeitsdauer gibt es nach Aussage der EU-Behörde ebenfalls keine Bedenken. Allerdings gibt die EFSA zu bedenken, dass eine mögliche Kontamination des Produktes von dem Futter der Insekten abhänge, heißt es in einer Meldung des Agrarpressedienstes AgE. Die Wissenschaftler warnen davor, dass der Verzehr unter Umständen eine primäre Sensibilisierung und allergische Reaktion auf Gelbe Mehlwurm-Proteine hervorrufen könne. Diese Gefahr bestehe vor allem bei Personen mit einer Unverträglichkeit gegen Krebstiere und Hausstaubmilben. Zudem könnten Allergene aus dem Futter der Mehlwürmer in das Endprodukt gelangen.

Hoher Proteingehalt

Die Hauptkomponenten der Larven des Gelben Mehlwurms sind Protein, Fett sowie das Polysaccharid Chitin. Betont wird vor allem der hohe Proteingehalt. Es wird aber zugleich darauf verwiesen, dass dieser überschätzt werden könne. Dies gelte vor allem dann, wenn der üblicherweise verwendete Umrechnungsfaktor von Stickstoff zu Protein von 6,25 zum Einsatz komme. Als Hauptgrund für eine mögliche Überschätzung wird der hohe Gehalt an Nicht-Protein-Stickstoff (NPN) im Chitin angesehen.

Dr. Susanne Rothstein hat an der Universität Göttingen zum Thema Insekten als Proteinlieferant in der Schweine- und Geflügelernährung promoviert. Im Gespräch mit f3 gibt sie Einblicke in die...

Der Koordinator des EFSA-Gutachtens, Ermolaos Ververis, stellte fest, dass viele Lebensmittelallergien mit Proteinen in Verbindung stünden. Deshalb werde weiterhin untersucht, ob der Verzehr von Insekten allergische Reaktionen auslösen könne. Insbesondere bei Personen mit einer Empfindlichkeit gegenüber Insektenproteinen könnte es eine Kreuzreaktion mit anderen Allergenen geben. Diese Gefahr bestehe etwa bei Restallergenen aus Insektenfuttermitteln, wie beispielswiese Gluten. 


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