Am von Anja Rüweling

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Regionale Lebensmittel digital vertreiben

Eva Neugebauer und Jule Willing gründeten ihr Start-up „Frischepost“ vor fünf Jahren und zeigten in Hamburg, dass die digitale Direktvermarktung von regionalen Produkten funktionieren kann. Jetzt wollen sie ihr Modell in andere Städte bringen.

Ein letzter Handgriff und die Paprika ist im entsprechenden Fach der Mehrwegbox verstaut. Am Freitag gegen frühen Nachmittag wird es auch im Lager des Start-ups „Frischepost“ ruhiger. „Morgens ist hier ordentlich was los“, sagt Eva Neugebauer, eine der beiden Gründerinnen. Denn dann bringen Landwirte und Produzenten Eier, Milch, Wurst, Gemüse, Obst, Aufstriche, Backwaren und Getränke zum Standort in Rothenburgsort. Mittlerweile liefern in Hamburg 300 Produzenten über 2500 verschiedene Produkte an Frischepost. Am Tag verlassen durchschnittlich 250 Bestellungen das Lager und gelangen mit Elektroautos zu den Kunden im gesamten Stadtgebiet.

Wir wollen unser Modell auf andere Städte übertragen und dezentral wachsen – ohne die Regionalität aus den Augen zu verlieren.

Eva Neugebauer

2015 starteten Eva und Jule mit der Vermarktung von Produkten aus dem Hamburger Umland. Fünf Jahre und drei Umzüge später stehen bereits zehn Autos auf dem Parkplatz vor der Lagerhalle. Aktuell nutzt das Start-up 900 m² Fläche. Bei Bedarf kann es die Nutzfläche auf 1500 m² ausweiten. Rund 35 Fahrer und Packer sind angestellt und in den Büroräumen arbeiten nochmal 25 Mitarbeiter im Einkauf, in der IT und der Entwicklung des Unternehmens. Ein Teil davon beschäftigt sich mit dem Lizenzgeschäft. Denn im Frühjahr wird es Frischepost auch im Rhein-Main-Gebiet geben. „In Hamburg haben wir gezeigt, wie es gehen kann. Jetzt wollen wir unser Modell auf andere Städte übertragen und dezentral wachsen – ohne die Regionalität aus den Augen zu verlieren“, erklärt Eva.

Aufbau weiterer Märkte in Deutschland

Ähnlich wie bei einem Franchise-Unternehmen agieren die Lizenzpartner eigenständig, finanzieren sich selbst und bauen den Kontakt zu Herstellern und Landwirten auf. „Der Start für unsere Lizenzpartner wird deutlich leichter, als für uns in Hamburg. Frischepost ist mittlerweile eine Marke und der Online-Handel bekannter und beliebter. Wir mussten in den ersten Jahren noch sehr viel Überzeugungsarbeit leisten und Klinken putzen“, erinnert sich Jule an die Anfänge. Manche Landwirte, wie Jan-Hendrik Langeloh vom Milchof Reitbrook, waren von Anfang an dabei. Andere schauten kritischer auf das Start-up und die noch unbekannte Vermarktungsform.

"Frischepost" liefert mit Elektroautos im gesamten Hamburger Stadtgebiet an fünf Tagen die Woche aus. . (Bildquelle: Frischepost)

Produzent kann...


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