Am von Eva Piepenbrock

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In-vitro-Fleisch: Wunder mit Widersprüchen

Die einen bewerten In-vitro-Fleisch als Heil bringenden Sattmacher, der das Ende allen Tierleids einläutet. Andere halten es für eine überschätzte Idee, die Mensch und Tier entfremdet. Der Versuch, ein ungelegtes Ei einzuordnen.

Wer das Thema In-vitro-Fleisch (IVF) bewerten möchte, muss sich darüber bewusst sein, dass vieles daran bisher reine Spekulation ist. Es gibt keine technische Möglichkeit, das künstliche Fleisch in einem Maßstab herzustellen, der über eine Petrischale hinausgeht. Alle Annahmen zu Herstellung, Energieverbrauch, Marktreife oder Kundenakzeptanz sind theoretisch.
Außerdem wird das Thema selten neutral dargestellt. Die Interpretation von IVF als Heil bringendem Sattmacher, der das Ende allen Tierleids einläutet, spiegelt sich in vielen Informationsquellen wider. Das könnte daran liegen, dass diejenigen, die an der Datenquelle sitzen, in der Regel die Hersteller sind.

Alle Annahmen zu Herstellung, Energieverbrauch, Marktreife oder Kundenakzeptanz von In-vitro-Fleisch sind theoretisch.

f3- farm. food. future.

Neutralität ist schwer zu finden

Der wertfreie Name für das im Labor gezüchtete Fleisch ist In-vitro-Fleisch (IVF). Häufiger sind die Bezeichnungen clean meat, kultiviertes Fleisch, safe meat oder, seltener, victimless meat (zu Deutsch: Fleisch ohne Opfer).
Von den Herstellern befindet sich keiner in Deutschland. Sie heißen Memphis Meats (USA), SuperMeat (Israel), Mosa Meat und Meatable (Niederlande) und Shojinmeat Project (Japan). Finless Foods (USA) arbeitet an Tunfisch aus dem Labor. Die Hersteller überbieten sich mit millionenschweren Finanzierungsrunden und unterbieten sich im Wettrennen um den Markteintritt. Mosa Meat...