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„FOODnext“-Konferenz: Die Zukunft willkommen heißen free

Neben AgTech-Experte Borris Förster führte auch Fabio Ziemßen die Anwesenden durch den Tag. (Foto: DLG)

CO²-Speicherung im Boden und die Erzeugung von In-vitro-Fleisch: Auf der „FOODnext“ diskutierten Gründer, Unternehmer und Interessierte über Herausforderungen im Agribusiness, aktuelle Trends und potentielle Chancen.

Blockchain, In-vitro-Fleisch und Robotic haben das Potential unser Verständnis von Landwirtschaft zu verändern, so der Tenor auf der zweiten FOODnext-Konferenz, die am Montag am Rande der Agritechnica in Hannover stattfand. Knapp 100 Gründer, Unternehmer und Interessierte aus dem Agribusiness debattierten unter dem Motto „Say hello to the tomorrow of AgTech“ über die Zukunft der Landwirtschaft. In Keynotes nahmen die Speaker aktuelle Trends unter die Lupe und zeigten Chancen auf. So etwa sprach Dirk Vandenhirtz über das Potential der CO²-Speicherung im Ackerboden und Dr. Carsten Gerhardt über die Entwicklung von In-vitro-Fleisch.

Wenn wir weniger Pflanzenschutz und mehr CO²-Speicherung im Boden möchten, ist eine Sache nötig: Technologie.

Dirk Vandenhirtz

Der Ackerbauer, der ganz nebenbei noch CO² durch Humusaufbau im Boden speichert, sei gesellschaftlich und politisch mehr als gewollt, so Dirk Vandenhirtz und sieht darin eine Alternative zu chemischen Methoden. „Wenn wir weniger Pflanzenschutz und mehr CO²-Speicherung im Boden möchten, ist eine Sache nötig: Technologie“, sagte der Gründer auf der FOODnext. Chancen sieht Vandenhirtz auch im Austausch: „Der Austausch von CO²-Emissionen kann in der Zukunft ein lohnendes Geschäft für Landwirte werden.“

Netzwerk zwischen allen Akteuren erforderlich

Seiner Meinung nach müssen Digital Farming Cluster, ähnlich wie an der RWTH Aachen, entstehen und der Austausch zwischen verschiedenen Akteuren gefördert werden. Bei dem Projekt sind Start-ups, Wissenschaftler, Unternehmer und Landwirte miteinander in Kontakt und arbeiten eng zusammen. Trotz der vielen Herausforderungen, vor denen die Branche aktuell steht, blickt Vandernhirtz positiv in die Zukunft: „Die meisten Innovationen sind schon in anderen Wirtschaftsbereichen entdeckt worden.“ Demnach sollen Akteure aus dem Agribusiness ruhig den Blick in andere Industriezweige wagen.

Die In-vitro-Technologie könnte die Fleischproduktion, wie wir sie kennen, komplett umkrempeln.

Dr. Carsten Gerhardt

Dr. Carsten Gerhardt von der Unternehmensberatung „A.T. Kearney“ beleuchtete ein anderes Thema: die Erzeugung von In-Vitro-Fleisch. Die könne, so Gerhardt, einen alt bewährten Produktionszweig wie die Tierhaltung ersetzen: „Der über Jahrzehnte andauernde Prozess von intensiver werdende Tierhaltung ist vorbei.“ Er nennt dafür Gründe, wie sich verändernde Verbraucherwünsche und andere politische Vorstellungen. „Die In-vitro-Technologie könnte die Fleischproduktion, wie wir sie kennen, komplett umkrempeln.“

Zu dieser Haltung gab es aus dem Publikum jedoch auch kritische Stimmen. Eine Teilnehmerin merkte an: „Die klassische Fleischproduktion wird besonders in Afrika und Südamerika in den kommenden Jahren rasant ansteigen. Fleischalternativen werden dort auch in naher Zukunft keine nennenswerte Rolle spielen.“ Darauf erwiderte Gerhardt, dass zu dem Zeitpunkt, an dem In-vitro-Fleisch günstiger als herkömmliches Fleisch sei und mindestens genau so gut schmecke, sein Siegeszug bevorsteht. „Dies wird aber noch einige Jahre dauern“, machte er selbst deutlich und schloss so seine Keynote ab.

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