digital Gründerwerkstatt

Agrifood beats Corona: Ideen und Meetup gegen die Krise free

Welche Agrifood-Ideen helfen in der Coronakrise? Ein Monitor bündelt Start-ups. Eine Digital-Konferenz vernetzt. Seid dabei.

Die Coronakrise rüttelt die Lebensmittelindustrie auf. Welche krisenrelevanten digitalen Lösungen die Agrifood-Branche bereithält, zeigt jetzt ein Start-up-Monitor. Am 30.4. trifft sich die Szene bei einem kostenlosen Online-Event.

f3 – farm. food. future: Unter dem Motto „Agrifood beats Corona“ hat die Netrocks GmbH aus Osnabrück digitale Lösungen für die Lebensmittelbranche gesucht, die in der Coronakrise helfen können. Die besten 10 habt ihr nun in einem Mini-Monitor veröffentlicht. Nächste Woche veranstaltet ihr direkt ein Online-Event hinterher. Was erwartet die Besucher?

Marie-Luise Meyer: Auf der reinen Digital-Konferenz „innovate!now“ werden zahlreiche Experten und bekannte Persönlichkeiten ihre Lösungen und Ideen präsentieren. In Talks und Pitches sowie digitalen Roundtables können Experten, Innovatoren und alle Interessierten live teilhaben und mitdiskutieren. Am Ende gibt es eine After-Show-Party „DisTanz in den Mai“.

Marie-Luise Meyer hat am #foodtechbeatscorona-Monitor mitgearbeitet. (Foto: privat)

f3: Ich vermute, bei dem Event werden auch die Start-ups aus dem Foodtech beats Corona-Monitor dabei sein? Welches der dort genannten Start-ups hat dich besonders beeindruckt?

Marie-Luise Meyer: Mein persönlicher Favorit ist „stampayGo“. Joachim Sedlmeir und sein Team ermöglichen eine kontaktlose Bezahlung via QR-Code oder Paylink. So wird es z.B. Cafés, Restaurants und Einzelhändlern ermöglicht, ihren Kunden eine hygienische Zahlungsalternative anzubieten. Die Endverbraucher scannen lediglich den QR-Code bzw. klicken auf den Paylink und können dann mit ihrer favorisierten Zahlungsmethode den Rechnungsbetrag begleichen – von ApplePay, Paypal bis Mastercard ist alles dabei. Ein Vorteil ist zudem, dass kein Bezahlterminal erforderlich ist.

Digitale Direktvermarktung am häufigsten vertreten

f3: Aus welchen Bereichen stammen die anderen eingegangenen Ideen? Lassen sich die Bewerbungen inhaltlich gruppieren?

Marie-Luise: Am häufigsten richteten sich die Lösungen an die Lebensmittelerzeugung und -produktion. Hinter vielen der eingereichten Produkte/Dienstleistungen verbergen sich zum Beispiel Direktvermarkter bzw. Online-Anbieter, die Direktvermarktern einen entsprechenden Service für den Vertrieb ihrer Produkte zur Verfügung stellen (SaaS-Lösungen). An zweiter Stelle folgten Start-ups, die sich an die Systemgastronomie oder Restaurants sowie Bäckereien wenden.

Corona als Chance

f3: Viele der Ideen sind nicht erst in der Coronakrise entstanden, haben aber durch die Krise erst richtig Fahrt aufgenommen. Wie erklärt ihr euch das?

Marie-Luise: Viele Ideen, die in der Coronakrise entstanden oder durch die Pandemie „ins Rollen gekommen“ sind, beschäftigen sich mit der Lieferung von Lebensmitteln bis an die Haustür der Endverbraucher oder den Ausbau regionaler Lieferketten. Berichte zeigen, dass die Online-Lebensmittelumsätze vor Corona nur einen Bruchteil des Gesamtumsatzes ausmachten und Kunden den Offline-Einkauf präferierten.

Konsumenten sind offener für Online-Lebensmittelbestellungen, wenn sie dadurch Kontakte verhindern oder reduzieren können.

Marie-Luise Meyer

Ich vermute, dass die aktuelle Situation nun neue Grundsteine legt und digitale Geschäftsmodelle aus ihren Verstecken lockt. Konsumenten sind offener für Online-Lebensmittelbestellungen, wenn sie dadurch Kontakte verhindern oder reduzieren können. Diese Entwicklung zeigt sich auch in enormen Auftragsanstiegen bei etablierten Lieferdiensten wie bei Picnic oder REWE Online.

Nur kurzfristig relevant, oder auch nach Corona?

f3: Wo liegen die Schwierigkeiten für die Start-ups, jetzt in der Coronakrise zu bestehen?

Marie-Luise: In unserer Umfrage gaben einige Teilnehmer und Teilnehmerinnen an, dass es z.B. eine Herausforderung werden könnte, gewonnene Kunden zu halten, wenn wir wieder zur Normalität zurückkehren. Durch den Ansturm sind auch lange Lieferzeiten nicht ausgeschlossen, was zu Unzufriedenheit bei den Kunden führt. Außerdem sind viele Start-ups nach eigenen Angaben auf der Suche nach Investments. Auch benötigen sie Hilfe bei der Vermarktung ihres Produktes oder ihrer Dienstleistung.

Ob manche Bestreben nur opportunistisch getrieben und weniger strategisch konstruiert sind, wird sich zeigen. Aber es ist großartig, wie viele digitale FoodTech-Lösungen aus dem Boden sprießen und dazu beitragen, die Foodbranche am Laufen zu halten und weiterzuentwickeln.

Die TOP10 Start-ups auf einen Blick

Ein neuer Mini-Monitor zeigt digitale Lösungen, die in der Coronakrise helfen können. (Foto: netrocks)
  • StampayGO: Kontaktlose Bezahlung. Mit stampayGO generiert der Händler einen Bezahlcode auf dem Handy oder im Web, der Kunde scannt diesen mit seinem Handy ein und führt die Bezahlung direkt per Applepay/ Paypal/usw. durch.
  • brotfrisch: B2C-Plattform, die Unternehmen ein individuelles Bestellsystem für ihre Endkunden zur Verfügung stellt. So können online Umsätze über einen Lieferservice oder die Filialabholung generiert werden.
  • HACCP-Digital: ermöglicht die Digitalisierung von Hygiene-, Kühl- und Eigendokumentation und bietet eine Einführung in die digitale Qualitätssicherung. HACCP-Partner bieten Online-Schulungen rund um die Lebensmittelsicherheit und eine automatisierte Temperaturerfassung 24/7 an.
  • VisioLab: Das Start-up entwickelt ein Kamerasystem für Mensen und Gastronomiebetriebe, das mit Hilfe von Machine Learning Speisen und Gerichte auf einem Tablett visuell erkennen und digital verarbeiten kann.
  • Frachtpilot: SaaS-Plattform, die Landwirten die vollständige Digitalisierung und Automatisierung der Vermarktungsprozesse ermöglicht – vom Online-Shop über Warenlager, Tourenplanung, bis zur Abrechnung.
  • OURZ macht Lebensmittel transparent und schafft digitales Vertrauen, über Herkunft und Nachhaltigkeit der Zutaten und Akteure.
  • Markterei: Ein Online-Wochenmarkt (SaaS) für einzelne Regionen. Marktbeschicker eröffnen einen digitalen Marktstand. Kunden kaufen beim Metzger, Bäcker, Imker ein und bekommen eine kontaktfreie Lieferung.
  • YoY: Vollintegrierte Supply Chain mit einem neuen digitalen Kommunikationskanal verbindet Produkte und Konsumenten. Globale Lieferketten werden abgesichert und optimiert, während der Verbraucher informiert wird.
  • oee.ai sammelt über eigene Hardware und ohne Eingriff in eine Anlagentechnik alle Daten zur Berechnung der Gesamtanlageneffizienz (Overall Equipment Effectiveness). Zusätzlich werden die Stillstandsgründe der Anlage über Tablets erfasst.
  • Lifestock Monitoring: Sensoren erzeugen technisch objektive Auswertungen in der Tierhaltung. Dient dem Landwirt als Hilfestellung für das Management und steigert somit das Tierwohl und die Tiergesundheit.

Kostenloses Digitalevent am 30. April

Partner der Umfrage #agrifoodbeatscorona sind die innovate!, f3 und die Deutsche Gesellschaft für zukunftsorientierte Land- und Ernährungswirtschaft. Gemeinsam laden sie am Abend des 30. April zu einem kostenlosen Digitalevent „Agrifood beats Corona“ ein. Weitere Infos folgen. Hier könnt ihr euch anmelden.

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