Am von Anne Kokenbrink

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Neue Bewirtschaftungsformen

Agroforst: Was ist möglich, wo hakt es?

Die ökologischen Vorteile von Agroforst liegen auf der Hand. Doch lohnt es sich für Landwirte, Agroforst zu betreiben, wo liegen Hürden? Die Einschätzungen einiger Experten.

Ab 2023 ist Agroforst auf Ackerland Teil der Förderung der Gemeinsamen EU-Agrarpolitik (GAP). Agroforstliche Maßnahmen sind in den Katalog der Öko-Regelungen (Eco-Schemes) aufgenommen, für die 25 % der Direktzahlungen reserviert werden. Zudem bereiten einige Länder Förderprogramme für Agroforstwirtschaft in der 2. Säule vor. Dazu gehören Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Thüringen, Sachsen-Anhalt und Rheinland-Pfalz.
Welche Vorteile bringen die Methoden, wie praxistauglich ist das System, wo hapert es und welche Voraussetzungen gibt es? Im folgenden lesen Sie ausgewählte Statements einiger Experten, die sich beim Tag der Agroforstsysteme in Münster am vergangenen Dienstag gemeinsam austauschten.

Die Referenten (v.l.n.r.) waren Agroforstberater Burkhard Kayser, Dr. Michael Dickeduisberg vom Versuchs- und Bildungszentrum Haus Düsse, und Dr. Leonie Göbel von der Vernetzungsstelle ländliche Räume. (Bildquelle: Privat/LWK/Privat) (Bildquelle: Privat)

Die Referenten waren sich einig, dass Agroforst sich besonders auf großen und ärmeren Ackerflächen wie etwa in Brandenburg aus ökologischer Sicht vorteilig auswirkt. Laut der Experten liegen die Vorteile von Agroforstsystemen aus ökonomischer Sicht aber nicht so deutlich auf der Hand.

Viele ökologische Vorteile

Um den Hemmnissen entgegenzuwirken, müsse viel Aufklärungs- und Überzeugungsarbeit geleistet und aufgezeigt werden. Der Referent und Agroforstberater Burkhard Kayser kennt viele Agroforstsysteme und begleitet Landwirte über bürokratische Hürden und durch die Komplexität der Standortansprüche jeder einzelnen Art. Er zeigte Beispiele, bei denen Agroforstwirtschaft bereits erfolgreich umgesetzt wird. Gleichzeitig ist ihm bewusst, dass viele Hecken und Gehölze durch die Flurbereinigung in den 50er und 60er Jahren verschwanden und an Bedeutung verloren.

Dr. Dickeduisberg verdeutlichte das Problem der Erosion und sprach Agroforst in diesem Zusammenhang eine wichtige Rolle zu. (Bildquelle: LWK/Dickeduisberg))

Er verwies auf die ökologischen Vorteile von Agroforstsystemen: Sie bieten über die Kombination mit Hecken und Bäumen einen Erosions- und Windschutz. Zudem ermöglichen sie den Humusaufbau in Böden und tragen zu einer Steigerung der Bodenfruchtbarkeit bei. Agroforstsysteme sorgen dafür, dass die Stickstoffeinträge in das Grundwasser sowie in Oberflächengewässer verringert werden. Das Wurzelsystem der Bäume trägt...


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