Am von Eva Piepenbrock

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Global Food Summit

Alternative Proteine: Keine Frage ob, sondern wann und wie

Woher kommen zukünftig die benötigten Proteine für die Ernährung einer wachsenden Weltbevölkerung, die auf einer Erde lebt, die dem Klimawandel ausgesetzt ist? Jedenfalls nicht ausschließlich aus der Tierhaltung. Darin waren sich die Teilnehmer einer Session des Global Food Summits einig.

Aquakultur, urban farming und Laborfleisch sind relevante Proteinquellen der Zukunft, weil sie ressourceneffizienter wirtschaften, als es die traditionelle Landwirtschaft mit ihrem Flächen- und Frischwasserverbrauch vermag. Vorbehalte gegen Laborfleisch werden mit den nächsten Generationen herauswachsen, weil sich unsere Urenkel nicht mehr vorstellen können, dass jemals Tiere für die Proteinversorgung sterben mussten. Die Landwirtschaft wird sich hin zu einer weniger effizienten, aber regenerativen Form entwickeln, die andere Aufgaben erfüllt, als die reine Proteinproduktion. Da der Proteinbedarf weltweit weiter steigen wird, braucht es alternative Versorgungsquellen, die diese Lücke schließen. 
All diese Thesen wurden heute, am zweiten Tag des „Global Food Summits“ im Panel „The molecular way to produce food“ erörtert. Dort kamen unter der Moderation von Dr. Stephan Becker-Sonnenschein internationale Gesprächspartner zusammen, um gemeinsam einen Blick über den deutschen Tellerrand zu werfen. 

Beispiel Singapur: Ernährungsstrategien eines Stadtstaats mit 6 Mio. Einwohnern, aber kaum Fläche 

Dass Laborfleisch keine Zukunftsmusik mehr ist, sondern in der Tat zur Versorgung einer urban geprägten Region beitragen kann, zeigte das Beispiel Singapur. Der Vorsitzende der Singapore Food Agency, Lim Chuan Poh, gab Einblicke in die ausgeklügelte Ernährungsstrategie des Stadtstaats mit etwa 6 Mio. Einwohnern, der derzeit sage und schreibe 90% seiner Lebensmittel importieren muss. „Wir wollen bis 2030 30% der benötigten Nährstoffe selbst produzieren“, sagte Chuan Poh. „Aber wir können dafür nur 1% unserer Fläche bereitstellen.“ Die Lösungen: Hightech Indoorfarmen, Aquakultur, alternative Proteine und Laborfleisch.