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Forschung & Entwicklung

Einblicke ins Start-up Portfolio von Bayer

Geneditierung in der Pflanzenzucht, Drohnen für effizienteren Pflanzenschutz, angepasste Proteine für Menschen mit Unverträglichkeiten oder Vertical Farming: Der Agrarchemiekonzern Bayer gab vergangene Woche Einblicke, in welche Zukunftsfelder er investiert.

Wo sieht ein globaler Agrarkonzern wie die Bayer AG die Zukunft? Wie stellt sie ihre Forschungs- und Entwicklungsabteilung auf? Wie werden Start-ups involviert? Während einer digitalen Veranstaltung gab die Abteilung „Crop Science“ des Bayerkonzerns in der vergangenen Woche Einblicke in die Innovationsentwicklungen. In der veröffentlichen Pressemeldung stachen einige, oft internationale Start-up-Kooperationen hervor. 

Aktionsfeld 1: Geneditierung, optimierte Pflanzenzüchtung 

So will Bayer Verfahren in der Genom-Editierung bei Pflanzen nutzen, um den Ernteertrag und den Erntevorgang zu optimieren. Partner sind nach Unternehmensangaben etwa das amerikanische Start-up „Pairwise“, das mit der CRISPR-Genschere arbeitet. Auch die Forschungskooperation zwischen Bayer und dem französischen Biotech-Unternehmen „Meiogenix“ hat zum Ziel, die Entwicklung von Technologien im Bereich der Pflanzenzüchtung und Genom-Editierung zu beschleunigen. Die patentrechtlich geschützten Technologien von Meiogenix können dazu genutzt werden, den Austausch sogenannter genomischer Regionen zwischen Chromosomen von Pflanzenzellen während der Meiose (Kernteilung der Zellen) anzuregen. Die Zusammenarbeit könnte zu Verbesserungen der Gesundheit von Kulturpflanzen und dem Nährwert von Futterpflanzen führen, so die Hoffnung der Unternehmen.

Statistische Verfahren werden in der landwirtschaftlichen Pflanzen- und Tierzucht bereits angewandt. Mit ihnen lassen sich Zuchtlinien ausschließen, die eine erwünschte Eigenschaft nicht...

Aktionsfeld 2: Pflanzenschutz, neue Wirkmechanismen 

Mit seinem Investment-Arm „Leaps by Bayer“ investiert der Agrarkonzern auch in Unternehmen wie „Rantizo“. Rantizo will eine präzisere Anwendung von Pflanzenschutzmitteln aus der Luft mithilfe von Drohnen ermöglichen. Michael Ott, CEO von Rantizo, sagt: „Unsere Drohnen sammeln Daten aus der Luft und grenzen Problembereiche lokal ein. Die Daten werden verarbeitet und abgeglichen. Anschließend werden per Drohne Pflanzenschutz- und Düngemittel genau dort ausgebracht, wo sie gebraucht werden.“  
Bayer stellt dem Start-up unter anderem chemisches Know-how, Laborinfrastruktur und eine robuste Screening-Pipeline zur Verfügung.
Auszug
Um neue Wirkmechanismen zu entdecken, arbeiten die Mohnheimer darüber hinaus mit „Targenomix“ zusammen. Das Start-up aus Potsdam identifiziert mithilfe der Genomik neue Wirkmechanismen für Herbizide. Durch das Knacken der Codes von Herbizidkandidaten will das Team diejenigen Moleküle finden, die die landwirtschaftliche Produktion gegen Herausforderungen wie Klimawandel und Unkrautresistenz wappnen. Bayer stellt dem Start-up unter anderem chemisches Know-how, Laborinfrastruktur und eine robuste Screening-Pipeline zur Verfügung.

Menschen mit Unverträglichkeiten könnten bald von veränderten Proteinen in Backwaren, Pizza und Pasta profitieren.   (Bildquelle: pexels/Klaus Nielsen)

Aktionsfeld 3: Bei den Nahrungsmittelproteinen ansetzen

Bayer arbeitet darüber hinaus mit Experten zusammen, die mithilfe einer KI-gestützten Plattform Nahrungsmittelproteine umgestalten. Davon sollen Menschen profitieren, die unter Nahrungsmittelallergien oder -unverträglichkeiten leiden. So führte Bayer erst im Januar eine Finanzierungsrunde über 40 Mio. US-Dollar an, die das israelische Biotech-Unternehmen „Ukko“ erreichte. Ukko will Proteine herstellen, die besonders für Menschen mit Zöliakie und anderen Glutenunverträglichkeiten geeignet sind. Diese sollen in Zukunft Bäcker, Lebensmittelhersteller und Hobbyköche für Brot- und Backwaren sowie Pizza und Pasta verwenden. Landwirte sollen diesen neuartigen, vermeintlich verträglicheren Weizen dann zu einem höheren Preis verkaufen können.

Der Saatgut- und Pflanzenschutzkonzern Bayer wagt sich in die Vertikale: Das gemeinsam mit einer singapurischen Holdinggesellschaft gegründete Start-up "Unfold" will innovative Gemüsesorten für...

Aktionsfeld 4: Vertical Farming 

Das von Leaps by Bayer und Temasek gegründete Start-up „Unfold“ entwickelt Gemüsesorten, die eigens für den Einsatz in der sogenannten vertikalen Landwirtschaft optimiert sind. Mithilfe der Genpool-Datenbank von Bayer will das Team aus den Genen von Gemüsesaatgut neue Sorten entwickeln und diese mit Anbauempfehlungen für die spezifischen Bedingungen vertikaler Farmen kombinieren.


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