Am von Hinrich Neumann

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Photovoltaik

Erste Erkenntnisse zu Umweltauswirkungen von Floating-PV

Künftig soll es mehr Solaranlagen auf Seen und anderen Wasserflächen geben. Jetzt gibt es erste Erfahrungen zur Wasserqualität und zur Artenvielfalt.

Photovoltaikmodule auf Wasseroberflächen verändern den Sauerstoffgehalt des Gewässers kaum, sorgen aber für weniger Windaufkommen und reduzieren damit die Erosion an den Ufern. Außerdem schützt das die dortige Vegetation und regt den Pflanzenwuchs an. Das sind die ersten Ergebnisse von wissenschaftlichen Untersuchungen an „schwimmenden Solaranlagen“ in den Niederlanden. Das Unternehmen BayWa r.e. und ihr niederländisches Tochterunternehmen Groenleven arbeiten seit über einem Jahr mit der Hanze University of Applied Sciences Groningen und den Experten des Forschungsbüros Buro Bakker / ATKB zusammen, um Umweltauswirkungen von schwimmenden Photovoltaikanlagen zu erforschen. Der Startschuss für die Untersuchungen war im Februar 2020 mit dem Bau der "Bomhofsplas"-Anlage gefallen. Erste Ergebnisse in Bezug auf die zertifizierte Floating-PV-Lösung von BayWa r.e. zeigen keine negativen Auswirkungen auf die Umgebung des Floating-PV-Parks.

Wie steht es um die Wasserqualität?

Der von der Hanze University of Applied Sciences durchgeführten Untersuchung der Wasserqualität zufolge hat sich der Sauerstoffgehalt unter den Floating-PV-Modulen innerhalb eines Jahres nur minimal verändert, da Wind und Sonnenlicht die Wasseroberfläche unter den Modulen immer noch gut erreichen können. Die gemessenen Abweichungen wurden vor allem durch wechselnde Wetterverhältnisse verursacht, die fortlaufend überwacht wurden.

Biodiversität und Umwelt

Auch die Auswirkungen auf den Fischbestand im See werden untersucht. Hierfür wurden Schutzgitterkästen von Ecocean, sogenannte „bio huts“, mit Muscheln gefüllt und unter den schwimmenden PV-Modulen befestigt, um das Ökosystem unter Wasser zu stärken und die Artenvielfalt zu fördern. Für vollständige Ergebnisse sind allerdings mehrjährige Untersuchungen notwendig. Daher sollen die Studien noch über mehrere Jahre hinweg weitergeführt werden, um langfristige Auswirkungen im Detail zu prüfen.
Die derzeitigen Forschungsarbeiten geben einen Einblick in die Umweltauswirkungen von Floating-PV. Langzeitstudien sind jedoch erforderlich, um vollumfängliche Aussagen für zukünftige Projekte treffen zu können. Dr. Benedikt Ortmann, Global Director of Solar Projects bei BayWa r.e., fügt hinzu: „Der positive Einfluss auf die Umwelt ist ein wesentlicher Aspekt unseres Floating-PV-Designs. Unser System macht es möglich, erneuerbare Energie zu erzeugen und gleichzeitig den Lebensraum für die Tier- und Pflanzenwelt vor Ort zu verbessern.". Das geht aus einer Pressemitteilung hervor.

Fortlaufende Langzeitstudien

Mit mehr als 250.000 installierten Floating-PV-Modulen und acht schwimmenden Solarparks ist BayWa r.e. nach eigenen Angaben führend im europäischen Floating-PV-Markt. Derzeit errichtet das Unternehmen mit dem 29,8 MWp-großen Park Uivermeertjes die bislang größte Floating-PV-Anlage in Europa. Mit der neuen Innovationausschreibung will Deutschland schwimmende Solaranlagen ebenfalls fördern.