Am von Eva Piepenbrock

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KI in der Landwirtschaft

Fast 12 Mio. Euro für Digitalisierungsprojekt Agri-Gaia

Für die Arbeit an einem agrarwirtschaftlichen KI-Ökosystem ist ein Förderbescheid zugestellt worden. „Agri-Gaia“ wird vom Bundeswirtschaftsministerium mit 11,75 Mio. € gefördert. Ziel sei eine wettbewerbsfähige Datenwirtschaft im Agrarbereich. 

Mit dem Ziel, ein agrarwirtschaftliches KI-Ökosystem aufzubauen, hat Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier in der vergangenen Woche einen Förderbescheid in Höhe von 11,75 Mio. € an das groß angelegte Konsortium des Plattformprojekts „Agri-Gaia“ überreicht. Unter der Leitung des Deutschen Forschungszentrums für Künstliche Intelligenz (DFKI) will das Projekt eine sichere und vernetzte Dateninfrastruktur für die mittelstandsgeprägte Agrar- und Ernährungswirtschaft schaffen. Dieses soll auf dem europäischen Projekt „GAIA-X“ basieren, das darauf abzielt, eine solche Dateninfrastruktur für ganz Europa zu entwickeln. 
Nicht proprietäre, herstellerspezifische Lösungen, sondern offene Schnittstellen und Systeme sind die Zukunft in der Vernetzung.
Josef Horstmann, Agrotech Valley Forum
Bundeswirtschaftsminister Altmaier sagte einer Pressemeldung zufolge: „Die Digitalisierung ist für die Wettbewerbsfähigkeit der Agrarwirtschaft von hoher Bedeutung. Wie auch in anderen Branchen sind datenbezogene Dienste und Künstliche Intelligenz mit die wichtigsten Treiber für die Erschließung neuer, aussichtsreicher Geschäftsmodelle.“

Agri-Gaia als herstellerübergreifende Plattform

Die Agri-Gaia-Plattform will nach Angaben des Wirtschaftsministeriums als „Raum für die erforderliche, herstellerübergreifende Zusammenarbeit von Landwirten, Landtechnikherstellern, Dienstleistern bis hin zur Lebensmittelwirtschaft dienen“. Die Plattform soll dazu das sichere und vertrauenswürdige Teilen von Daten und die Entwicklung weitergehender Datendienste unter Bereitstellung modernster KI-Methoden ermöglichen. Auch Landwirte sollen davon unmittelbar profitieren, indem ihnen beispielsweise die Möglichkeit zur Kommerzialisierung eigener Daten gegeben wird, ohne dabei die Hoheit über diese Daten zu verlieren.

Ist es möglich, alle Daten, die auf einem landwirtschaftlichen Betrieb anfallen, auf einer einzigen Internetseite zu bündeln? Das sollte eine Machbarkeitsstudie herausfinden, die das...

Projektkoordinator Prof. Joachim Hertzberg äußerte sich dem Agrar-Pressedienst „Agra Europe“ (AgE) gegenüber ebenfalls zum Förderbescheid. Demnach brauche die digitalisierte Landwirtschaft KI-Technologie, um die anfallenden Daten zu verarbeiten. Außerdem sei die Vernetzung der Agrarwertschöpfungskette erforderlich, um die Qualität ihrer Erzeugnisse weiter zu steigern. Josef Horstmann vom ebenfalls beteiligten Agrotech Valley Forum betonte gegenüber AgE, dass nicht proprietäre, herstellerspezifische Lösungen, sondern offene Schnittstellen und Systeme die Zukunft in der Vernetzung und erfolgreichen Zusammenarbeit der Akteure seien.
Eine erst kürzlich vom Bundeslandwirtschaftsministerium vorgestellte Machbarkeitsstudie zur Etablierung einer staatlichen Datenplattform hatte ebenfalls auf die Bemühungen um „Agri-Gaia“ verwiesen. Inwiefern die Bemühungen um die Entwicklung der beiden Plattformen verzahnt werden, wurde noch nicht veröffentlicht.