Am von Caroline Schulze Stumpenhorst

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Agroforst - eine Nische mit Potenzial?

Der Klimawandel, neue politische Rahmenbedingungen oder eine kritische Betrachtung durch die Verbraucher – die Landwirtschaft steht unter hohem Erfolgsdruck und benötigt innovative Anbausysteme, um auf diese Herausforderungen mit nachhaltigen Lösungsbeiträgen zu reagieren. Ein Ansatz ist sogenannter Agroforst.

Wenn Bäume oder Sträucher mit Ackerkulturen und/oder Tierhaltung auf einer Fläche kombiniert werden, heißt das "Agroforst". Bei dieser Art der Flächennutzung geht es darum, sich die Vorteile der verschiedenen Komponenten zu Nutze zu machen - sowohl die ökologischen als auch die ökonomischen. Die Beispiele reichen dabei von Streuobstwiesen, Pappelanbau in Hühnerausläufen, integrierten Energie- oder Wertholzstreifen auf Acker und Grünland bis zu Gewässerrandstreifen.

Um dem Strukturwandel entgegenzutreten, will das "BioökonomieREVIER Rheinland" europaweit eine Pilotregion werden. Im Mittelpunkt steht dabei die Transformation traditioneller, auf fossilen Rohstoffen aufbauender Wirtschaftsweisen in eine nachhaltige, an den regionalen Gegebenheiten ausgerichtete Bioökonomie. Eine erste Informationsveranstaltung zum Thema "Neue Wertschöpfung durch Agroforst" machte am Montag dieser Woche auf das Vorhaben aufmerksam.

Rund 60 Teilnehmer nahmen an dem digitalen Programm teil und erhielten Informationen darüber, wie die Landwirtschaft alternativen Agrarsystemen begegnen kann.

Was ist Agroforst

"Bei Agroforst steht die Wechselwirkung der Kulturen im Zentrum", machte Dr. Christian Böhm, Vorsitzender des Deutschen Fachverbandes für Agrofrost, deutlich. Es werden auf einer Fläche meistens Mischkulturen aus Gehölzen und einjährigen Kulturen oder Dauergrünland angelegt. Die Fläche gilt weiter als Ackerfläche, da die Flächen wieder "rückwandelbar" zu reinem Acker sind.

Agroforst ermöglicht uns, mit geringem Flächenanteil und gleichbleibender Nutzfläche eine zukunftsfähige Landwirtschaft zu gestalten.

Dr. Christian Böhm, Brandenburgische Technische Universität, Lehrstuhl für Bodenschutz und Rekultivierung

Der Wissenschaftler der Universität Cottbus sieht klare Vorteile des Systems:

  • Gesteigerte Klimaresilienz
  • Höhere Flächenproduktivität im Vergleich zu Flächen mit Reinkultur
  • Partielle Extensivierung im Bereich der Gehölze
  • Schutz vor Bodenabtrag
  • Verringerte Verdunstungsrate
  • Stabilere Erträge in Dürreperioden
  • Biodiversität, Schutz der Artenvielfalt
  • 100 % nutzbare Fläche

So sieht Agroforst in der Praxis aus. (Folie: Dr. Böhm) (Bildquelle: f3)

Besonders der Erosionsschutz sei ein erheblicher Vorteil. Die Windgeschwindigkeiten nehmen auf einer Fläche mit Agroforst messbar ab: "Der Wind wird im Mittel um 60% abgebremst. Insbesondere die starken Windgeschwindigkeiten wurden in den Versuchen im Mittel um 73% gemindert", so Böhm.

Mit Blick auf die...