Am von Eva Piepenbrock

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Born to be Wald

Das Volumen von Holzpoltern zu berechnen war bisher umständlich, der Holzhandel intransparent. Das Start-up Fovea verspricht Hilfe. Ideengeber ist Manfred Ide. Er profitierte dabei von seltenen Qualifikationen.

Manfred Ide ist Informatiker und Förster in einer Person.  (Bildquelle: Piepenbrock)

"Ich kenne keinen Informatiker, der für den Winter extra eine warme Unterhose hat.“ Das sagt Start-up-Gründer und Förster Manfred Ide und lacht. Er spielt damit auf seinen ungewöhnlichen Werdegang an. Er hat die Gründung seines Unternehmens „Fovea“ erst möglich gemacht. Fovea bietet Smartphone-Apps mit fotooptischer Erkennung, mit der sich Holzpolter im Wald in Nullkommanichts vermessen, zählen, lokalisieren und verwalten lassen. Wie man so etwas programmiert, lernt man nicht in der Försterausbildung.

Informatiker und Förster in einem

Der heute 34-Jährige wuchs auf einem land- und forstwirtschaftlichen Betrieb mit 7 ha Eigenwald in Schoningen bei Uslar in Südniedersachsen auf. Von klein auf immer im Wald, scheint es eine logische Konsequenz zu sein, dass sich Ide heute technischer Forstoberinspektor nennen darf.

Tatsächlich wurde er erst auf Umwegen Förster. Zuerst absolvierte er eine Ausbildung zum Fachinformatiker und studierte vier Semester Informatik. Zur Forstwissenschaft wechselte er erst später. "Der Wald fehlte mir doch zu sehr", sagt Ide. Mit seinen Informatikkenntnissen ist er eine seltene Sorte von Förster. „Davon gibt es in ganz Deutschland vielleicht insgesamt zehn.“

Der Wald fehlte mir doch zu sehr.

Manfred Ide

Doch gerade weil Ide Informatiker und Förster gleichzeitig ist, konnte ihm die Gründungsidee für sein junges Unternehmen zufliegen: Im Jahr 2012 war Ide bereits zur Forstwissenschaft gewechselt. Während seines Anwärterjahres verbrachte er nach mehreren Jahren theoretischen Studiums zum ersten Mal wieder viel Zeit im Wald. Dort konnte der praktisch arbeitende Förster in ihm den Aufwand beim Berechnen der Holzvolumina nicht mehr ertragen (siehe unten „Holz vermessen ohne App“). Der Informatiker in ihm war bereits einen Schritt weiter. Im Wald voller praktischer Probleme sah Ide eine digitale Lösung.

Die Idee für die Foto-App war geboren. „Eigentlich wollte ich nur eine Software machen, die die Arbeit erleichtert“, sagt Ide heute. „Was sich daraus noch entwickelt hat, habe ich nicht geahnt.“ Manfred Ide sah den Bedarf und hatte die Idee für Fovea. Sie umsetzen konnte er allein mit seinem Informatik-Grundstudium aber nicht. Er brauchte zwei Dinge: Verbündete und finanzielle Mittel.

So aufwendig ist das Vermessen von Holzpoltern ohne App. Die Arbeitssicherheit ist nicht immer gewährleistet. (Fotos: Fovea)

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