Am von Eva Piepenbrock

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Eine zündende Idee

Wer bislang Brennholz kaufen wollte, rief seinen Förster des Vertrauens an und bekam einen Polter im Wald zugewiesen. Wenig Auswahl, wenig Preistransparenz. Der Online-Marktplatz TimberTom will den Brennholzhandel digitalisieren - und Waldbesitzern neue Kunden bringen.

Wer einen Nachbarn hat, der samstags im Garten gerne Holz hackt, kann sich die Zielgruppe des Südbadener Start-ups „TimberTom“ bildlich vorstellen. Jeder, der sich jetzt sogar ertappt fühlt, sollte diesen Text zu Ende lesen. Er könnte sein Brennholz künftig auch online kaufen.

Maximiliana und Ludwig Graf Douglas (links) betreiben TimberTom mit Alexis Freiherr von Cramm. (Bildquelle: Piepenbrock)

Denn die beiden Gründer Ludwig Graf Douglas und Alexis Freiherr von Cramm haben sich vorgenommen, den Handel von Brennholz zu digitalisieren und den Markt transparenter zu gestalten. Unterstützt von Maximiliana Douglas, baut TimberTom in Eigeltingen in der Nähe des Bodensees einen Online-Marktplatz auf, der Verkäufer und Käufer von noch zu verarbeitenen Brennholz-Stämmen zusammenbringen soll.

Die Verkäufer sind bislang neun große und mittlere Forstbetriebe, die die Rendite ihres Forstbestands steigern möchten. Die Käufer wiederum sind Endkunden und Brennholzhändler, die überwiegend im ländlichen Raum leben und maschinentechnisch so gut ausgerüstet sind, dass sie die 4m langen Baumstämme selbst verarbeiten können. TimberTom will beide Seiten zusammenbringen und dafür den Käufer direkt an den Waldbesitzer vermitteln.

Förster entlasten, Brennholzangebot transparenter machen

„Die Strukturen im Forst haben sich gewandelt“, erklärt der Ideengeber für das Portal Ludwig Douglas. Der 32-Jährige muss es wissen, hat er doch seit 2007 die kaufmännische Verantwortung für den elterlichen 4000-ha-Forstbetrieb auf dem Hofgut Dauenberg in Baden-Württemberg. Er sagt, früher habe es viele Förster gegeben, die die Kundenbestellungen das Jahr über telefonisch annahmen und die Käufer nach dem Schlagen persönlich zu ihren Poltern führten. „Aber heute ist ein Förster für viel größere Waldstücke zuständig und hat dafür nicht mehr die Zeit.“ Die digitale Plattform soll das Forstgeschäft mit Brennholz vereinfachen und den Förster entlasten.

Die Strukturen im Forst haben sich gewandelt.

Ludwig Graf Douglas

Geht es nach den Plänen des Gründerteams, kann der Kunde künftig online die Brennholz-Angebote seiner Region durchforsten, die Preise und Qualitäten vergleichen und dann mit wenigen Klicks direkt beim Eigentümer zuschlagen. Den online verbindlich erworbenen Polter kann er im Anschluss dank GPS-Ortung bei Google Maps ganz ohne den Förster finden und abholen. Dafür erhält er einen „Holz-Voucher“, der ihm die Durchfahrt durch den Wald erlaubt und ihm den Kauf quitiert.

Die Polter sind digital erfasst. Dank GPS-Ortung und Durchfahrtsbescheinigung holen sich die Kunden das Holz selbstständig ab. (Foto: Piepenbrock)

Auch Online-Portale haben ein Saisongeschäft

Auch weil der Handel von Brennholz bislang seiner Meinung nach eher intransparent ist und auf persönlichen Beziehungen beruht, ist sich Ludwig Douglas des Bedarfs nach einer öffentlichen Plattform sicher. Er sagt im Hinblick auf die eher konservativ geprägte Zielgruppe der Anbieter sogar:...


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