Am von Justin Brinkmann

Bosch und BASF

Grünes Licht für Smart-Farming-Joint-Venture

Das 50:50-Joint-Venture von Bosch und BASF Digital Farming, mit dem künftig Smart-Farming-Technologien weltweit vermarktet werden sollen, hat die Zustimmung aller relevanten Kartellbehörden erhalten. Das Unternehmen trägt den Namen „Bosch BASF Smart Farming GmbH“.

Die Unternehmen Bosch und BASF machen gemeinsame Sache. Diese Woche verkündete der Chemiekonzern in einer Pressemitteilung, dass das im November vergangenen Jahres angestoßene Joint-Venture namens „Bosch BASF Smart Farming“ (BBSF) nun die Zustimmung aller relevanten Kartellbehörden erhalten hat. BBSF wird eine gemeinsam entwickelte Smart-Spraying-Lösung demnach zunächst in Nord- und Südamerika sowie Europa vertreiben. Das System verspricht ein automatisiertes Erkennen von Unkräutern in Echtzeit. Intelligent Planting Solution (IPS), eine weitere Entwicklung des Joint Ventures (JV), ist bereits in Brasilien und Argentinien kommerziell verfügbar. Die Lösung soll in naher Zukunft um die digitale agronomische Intelligenz der xarvio-Plattform ergänzt werden, um feldzonenspezifische Empfehlungen für die Ausbringung von Saatgut in Brasilien zu optimieren.
Das Ziel lautet: „Mehr produzieren mit besseren und geringeren Inputs.“
Auszug, Silvia Cifre Wibrow, Geschäftsführerin BBSF

Smart Spraying könne auch nachts eingesetzt werden, da die Windverhältnisse für die Ausbringung von Pflanzenschutzmitteln oft besser geeignet sind. (Bildquelle: Pressebild)

Die Pflanzenschutzlösung ermöglicht das automatisierte Erkennen und Kontrollieren von Unkräutern in Echtzeit, sowohl vor („Grün-auf-Braun“) als auch nach dem Auflaufen der Saat („Grün-auf-Grün“). Durch die Kombination aus Kamerasensorik und Software (von Bosch) mit der agronomischen Entscheidungshilfe von xarvio (BASF) verspricht das System, Unkräuter zwischen den Nutzpflanzen in Millisekunden erkennen und entscheiden zu können, ob eine Ausbringung von Herbiziden notwendig ist. Dank dieser intelligenten Konfiguration unterstützt Smart Spraying nach Unternehmensangaben einen wesentlich effizienteren Einsatz von Herbiziden. Feldversuche hätten gezeigt, dass Herbizideinsparungen von bis zu 70 % möglich seien.  

Mit Smart-Spraying zu mehr Effizienz

„Mit der kartellrechtlichen Genehmigung haben wir einen weiteren wichtigen Meilenstein erreicht. Zudem haben wir in den vergangenen Monaten erhebliche Fortschritte gemacht. Wir haben das neue Unternehmen gemeinsam gegründet und das Team aufgebaut“, so Florian Gwosdz, Geschäftsführer von BBSF. „Darüber hinaus haben wir unsere Produkte mit unseren Herstellern erfolgreich unter verschiedenen klimatischen Bedingungen getestet. Unsere Smart-Spraying-Lösung liefert beständig positive Testergebnisse, was zeigt, dass unsere Kombination aus Hardware, Software und innovativer agronomischer Logik funktioniert.“

Ambitionierte Ziele

BBSF plant, die Smart-Spraying-Lösung bis Ende diesen Jahres in begrenzten Stückzahlen auf den Markt zu bringen. Doch schon 2030 soll der Markt zu 50% mit Smart Sprayern abgedeckt sein, wie die Geschäftsführerin auf dem Pressetermin ergänzte. Man setze sich das Ziel, den Markt in den kommenden Jahren mit der neuartigen Technologie anführen zu wollen. 

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