Am von Anja Rüweling

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Käse aus dem Labor?

Start-ups und Unternehmen arbeiten derzeit mit Hochdruck daran, In-vitro-Fleisch massenmarkttauglich zu machen. Käse aus dem Labor gibt es bislang jedoch noch nicht. Auf der „The Future of Food“-Konferenz traf f3 einen Gründer, der genau das vor hat.

In-vitro-Fleisch ist schon fast wieder ein alter Hut. Aber in-vitro-Käse? Auf der „The Future of Food“ - Konferenz von NGIN Food und Ignore Gravity am vergangenen Dienstag in Berlin stellte Gründer Raffael Wohlgensinger sein Start-up „Legendairy Foods“ vor. Er berichtete über den Stand der Entwicklung von Käse, der ohne den Einsatz von tierischen Erzeugnissen hergestellt wird.

Der Schweizer gründete im Jahr 2018 sein Start-up zusammen mit dem Frühphaseninvestor Atlantic Food Labs in Berlin. „Ich habe dort vor der Gründung gearbeitet und konnte in dieser Zeit weiter an meiner Idee feilen“, sagt Raffael. Biologe oder Biotechnologe ist er nicht. Raffael war als Veganer auf der Suche nach gutem, "kuhfreiem" Käse. „Gerade bei pflanzlichem Käse musste ich oft einen Kompromiss zwischen Nachhaltigkeit und Geschmack eingehen“, beschreibt er. Raffael recherchierte zum Thema „Cellular Agriculture“, sprach mit Experten und holte sie bei der Gründung in sein Team.

2018 gründete Raffael Wohlgensinger das Start-up Legendairy Foods in Berlin. (Bildquelle: Dominik Tryba)

Nicht pflanzlich, nicht tierisch

Jetzt arbeitet Legendairy Foods daran, Milchproteine mithilfe von biotechnologischen Verfahren herzustellen - also ganz ohne den Einsatz von Kuh oder Ziege. Und zwar werden für die Produktion sogenannter "rekombinanter Proteine" Organismen gentechnisch verändert. Während dieser Prozess für die Herstellung pharmazeutischer Produkte wie beispielsweise Insulin schon lange im Einsatz ist, wird er für die Produktion von Inhaltsstoffen für die Lebensmittelherstellung bisher kaum genutzt. „Heute ist es möglich, verschiedene Fragmente von...