Am von Eva Piepenbrock

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Innovationspreis Moderne Landwirtschaft

Kategorie Forschung: Das sind die Finalisten

In der Kategorie „Start-up“ ist der Innovationspreis Moderne Landwirtschaft bereits vergeben. Nun folgt Kategorie Nr. 2: Forschung. Drei Teams haben es ins Finale geschafft. Der Gewinner wird am 26. Oktober live in Berlin gekürt. 

Egal ob es um den Einsatz neuer Technologien oder die Schaffung neuer Vertriebsprozesse geht, die Landwirtschaft gehört zu den innovativsten Branchen überhaupt. Um mehr Anreize für zukunftsfähige Lösungen für die Entwicklung der Landwirtschaft allgemein sowie für Herausforderungen im Klima-, Umwelt- und Artenschutz zu finden und ihnen auch die entsprechende Öffentlichkeit zu verschaffen, wurde der gemeinsame Award vom Netzwerk f3 und dem Forum Moderne Landwirtschaft ins Leben gerufen.

Was in der Kategorie „Forschung“ ausgezeichnet wird

Nach der Kategorie „Start-up“, deren Gewinnerteam „Organifarms“ auf dem vergangenen f3-Scheunengespräch prämiert wurde, folgt nun die finale Phase der zweiten Kategorie: Forschung. Hier werden  Projekte in einem frühen Entwicklungsstadium ausgezeichnet. Dabei muss es sich bei den Bewerbern nicht um Forschungseinrichtungen handeln. Es können auch Unternehmen aus den vor- oder nachgelagerten Bereichen oder landwirtschaftliche Betriebe teilnehmen. 

DaLeA, Omegga und seedalive stehen auf der „Forschungs“-Shortlist des Innovationspreis Moderne Landwirtschaft.  (Bildquelle: FML)

Die drei Finalisten

Drei Teams haben es auf die Shortlist geschafft. Sie erfahren am 26. Oktober live auf dem Berliner Abend, ob sich ihr Forschungsvorhaben gegen die anderen beiden Finalisten durchsetzen konnte. Das Gewinner-Projekt darf sich über Preisgelder, Netzwerkkontakte und Medienaufmerksamkeit freuen. Das sind die Finalisten:

DaLeA: Lebendmulchsysteme mit Klee

Lebendmulchsysteme soll eine kontinuierliche Bodenbedeckung gewährleisten und stellt eine Weiterentwicklung der Direktsaat dar. (Bildquelle: https://www.dalea.blog/)

  • Pitch: Lebendmulchsysteme stellen eine Form des Mischfruchtanbaus dar, bei der ein Mischungspartner über einen längeren Zeitraum während der Vegetation der Hauptfrucht vornehmlich als lebender Bodendecker fungiert. Dauerhafte Lebendmulchsysteme haben die Zielsetzung, den Lebendmulch über mehrere Fruchtfolgeglieder und Jahre etabliert zu halten und somit eine kontinuierliche Bodenbedeckung zu gewährleisten. Da nur zur Aussaat ein Eingriff in den Boden erfolgt, stellen Lebendmulchsysteme eine Weiterentwicklung der Direktsaat und gleichzeitig ein Minimalbodenbearbeitungsystem dar.
  • Begründung der Jury: Die Jury sieht in dem besonders innovativen Ansatz von DaLeA ein hohes ökologisches Potenzial. Das Problem der Nitratauswaschung und anderer negativer Effekte der Bodenbearbeitung wird bekämpft und so ein sinnvoller Beitrag zu ressourcenschonender Landwirtschaft geleistet.

Omegga:  Geschlechtserkennung des Embryos im Hühnerei 

  • Pitch: Die Omegga-Technologie verfolgt eine rein optische, nicht-invasive und kostengünstige Methode zur Erkennung geschlechtsspezifischer Unterschiede von Hühnerembryonen vor dem siebten Bruttag, wenn das sensorische Empfinden des Hühnerembryos noch nicht entwickelt ist. Der Omegga-Ansatz kommt ohne eine genetische Veränderung der Eier aus, erfüllt alle rechtlichen Anforderungen und ethischen Erwartungen des Endverbrauchers und wird durch den engen Austausch mit Pilotkunden sehr industrie-nah konzipiert.
  • Begründung der Jury: Omegga nimmt sich mit seinem besonders in die Zukunft gedachten Lösungsansatz einem ethisch und kommerziell höchst relevantem Thema an. Die Jury sieht hier ein großes Potenzial, auch und vor allem auf Grund der aktuellen Gesetzgebung.

Das Kükentöten soll in Deutschland verboten werden, sobald es eine praxistaugliche Alternative gibt. Forschungsgruppen und Start-ups im In- und Ausland arbeiten derzeit an Verfahren zur...

Seedalive: Vorhersage der Keimfähigkeit von Pflanzensamen

  • Pitch: Seedalive hat eine effiziente und reproduzierbare Methode zur Vorhersage der Keimfähigkeit von Pflanzensamen entwickelt. Einzelne Samen werden in einer Reaktionslösung vier Stunden inkubiert. Anschließend kann unter Einsatz von KI schnell und einfach bestimmt werden, ob das Saatgut vital, alternd oder bereits tot ist. Vorhersagen über Dormanz, den Alterungsverlauf der Samen und die Triebkraft der Keimlinge sind ebenfalls möglich.
  • Begründung der Jury: Die Methode von seedalive hat ein großes Potenzial, den kompletten Bereich der Qualitätskontrolle zu optimieren. Gleichzeitig wird die Lösung leicht verständlich und praxisrelevant dargestellt.

So funktioniert der Test von Seedalive, um die Keimfähigkeit des Saatguts zu erproben. (Bildquelle: LV GmbH)