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Stoffliche Verwertungsmöglichkeiten

Mit Holzasche den Boden verbessern?

In einem Forschungsprojekt hat das Technologie- und Förderzentrum aus Straubing nach praxisrelevanten Verwertungsmöglichkeiten von Holzasche gesucht. Jetzt liegen die Ergebnisse vor.

Biomasseaschen aus der Verbrennung von nachwachsenden Rohstoffen könnten ein wertvoller Rohstoff sein, beispielsweise als Dünger oder Bodenverbesserer in der Land- und Forstwirtschaft. In einem Forschungsprojekt des Technologie- und Förderzentrums (TFZ) haben Wissenschaftler nach praxisrelevanten Verwertungsmöglichkeiten von Holzaschen aus Heiz(kraft)werken gesucht. Die in der Rost- und Kesselasche enthaltenen Mikro- und Makronährstoffe legen eine Verwendung als Bodenverbesserer nahe. Um bestimmte Schwermetallgrenzwerte nicht zu überschreiten, muss die Aschequalität kontinuierlich überprüft werden. Die Ergebnisse wurden jetzt in einem Forschungsbericht veröffentlicht.

Entsorgung auf Deponien

Derzeit fallen demnach allein in Bayern rund 30.000 bis 60.000 t Holzaschen pro Jahr an. Ein Großteil der potenziell nutzbaren Menge wird in Deponien entsorgt. In einer durchgeführten Online-Umfrage des TFZ, an der sich 114 Anlagenbetreiber beteiligten, wurden rechtliche Unsicherheiten, Schwankungen bei den Aschequalitäten und fehlende wirtschaftliche Anreize als Herausforderungen hinsichtlich der Ascheverwertung genannt. „Die stoffliche Verwertung der anfallenden Rost- und Kesselaschen bietet die Chance, die in der Asche enthaltenen Wertstoffe im Kreislauf zu halten und würde auch die Entsorgungskosten reduzieren“, so Dr. Hans Bachmaier, wissenschaftlicher Mitarbeiter am TFZ.

Das theoretische Aschepotenzial für stoffliche Verwertungswege liegt in Bayern je nach Berechnung bei 30.000 bis 60.000 t pro Jahr. Chemische Untersuchungen sind dabei unerlässlich. (Bildquelle: FTZ Bayern)

Teilweise hohe Schwermetallgehalte

Für die Ermittlung der Aschequalitäten wurden die Aschelager von 19 Biomasseheizwerken beprobt. Die Analyse ergab, dass Rost- und Kesselaschen neben Calcium und Kalium relevante Mengen an Phosphor und Magnesium sowie zahlreiche Spurennährstoffe enthalten. In 30 % der Fälle konnten die Schwermetallgrenzwerte der Düngemittelverordnung in den beprobten Rost- und Kesselaschen direkt eingehalten werden. Sowohl beim Chrom(VI) als auch bei Cadmium und Blei kam es teilweise zu Überschreitungen der Grenzwerte. Chrom(VI) lässt sich durch Befeuchten und Lagerung der Aschen in das unbedenkliche Chrom(III) überführen , sodass – ohne Berücksichtigung der Chrom(VI)-Überschreitungen – 85% der Rost- und Kesselaschen die Grenzwerte der Düngemittelverordnung einhalten. Hohe Werte von Cadmium lassen sich gegebenenfalls durch eine Anpassung der Verbrennungsführung reduzieren.
Die Verwertung der anfallenden Rost- und Kesselaschen bietet die Chance, die in der Asche enthaltenen Wertstoffe im Kreislauf zu halten und würde auch die Entsorgungskosten reduzieren.
Dr. Hans Bachmaier
„Die Ergebnisse zeigen, dass Holzasche als Düngemittel in der Landwirtschaft oder als Bodenverbesserer in der Forstwirtschaft, z.B. im Rahmen der Waldkalkung, geeignet wäre“, fasst Dr. Daniel Kuptz, Projektleiter am TFZ zusammen. „Gleichzeitig wird deutlich, dass ein kontinuierliches Qualitätsmanagement der Aschen unbedingt nötig ist.“

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Kostenloser Bericht

Im Folgeprojekt nehmen die Wissenschaftler die Qualitätssicherung bei der Erzeugung von Biomasseaschen am Heizwerk in den Fokus. Das Forschungsprojekt AshUse wurde vom Bayerischen Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten gefördert. Die Ergebnisse sind im TFZ-Bericht Nr. 72 zusammengefasst. Er steht beim TFZ Bayern als kostenloser Download zur Verfügung.