Am von Matthias Schulze Steinmann

Schreiben Sie Matthias Schulze Steinmann eine Nachricht

Mr. Robot

Rodja Trappe entwickelt Roboter, die wie von Zauberhand Hofflächen und Paddocks sauber halten sollen. Die Ideen aus der Sattelkammer im westfälischen Havixbeck könnten den Alltag auf vielen Höfen verändern – bereiten im Hier und Jetzt aber noch eine Menge Kopfzerbrechen.

Eine Sache hatte Rodja Trappe schon in jungen Jahren erkannt: Pferdeäpfel auflesen mag kein Mensch. Aufgewachsen auf einem Gestüt mit heute 150 Island-Pferden im westfälischen Havixbeck, gehörte das Einsammeln des Pferdemistes zu seinem Alltag – selbstverständlich in Handarbeit, gerne auch bei Regen, sieben Tage die Woche. Geht es nach dem mittlerweile 37-Jährigen, werden seine Kinder nicht mehr zu Harke und Mistgabel greifen. Pferdeäpfel auflesen mag vielleicht kein Mensch. Dafür aber vielleicht ein Roboter …

Mistgabel 4.0

Die selbstfahrende Konkurrenz zur Mistgabel kommt noch etwas behäbig daher, hinterlässt im praktischen Alltag aber bereits erste ansehnliche Resultate. Das Modell erinnert an einen leicht überdimensionierten Rasenmäherroboter mit großen Rädern und reichlich Ecken und Kanten. Unter der Haube stecken aber Sensoren, Motoren und Schaltkreise, die bislang etablierte Geräte aus dem Gartenbereich alt aussehen lassen. Die unter der Marke „Zauberzeug“ entwickelten Maschinen benötigen zum Navigieren keinen Orientierungsdraht, wie es bei handelsüblichen Mährobotern der Fall ist. Stattdessen richtet der autonome Helfer ein eigenes WLAN-Netz ein und kommuniziert mit Hofkameras, die unterstützt von Boardsensoren für die nötige Orientierung sorgen.

Kleiner Roboter, große Ziele: Perpetual Mobile begreift sich als Dienstleister für Reinigungsarbeiten und sammelt dadurch Daten für die Königsdisziplin: einem sandigen Paddock unter freiem Himmel. (Bildquelle: Drießen)

Nach einer einmaligen Installation und Inbetriebnahme, so die Vision, erledigen sich Arbeiten wie das Reinigen von Wirtschaftswegen, Rangierflächen vor Biogasanlagen oder das Aufsammeln von Pferdeäpfeln vollautomatisch. Davon ist Rodja Trappe so überzeugt, dass er seine Roboter nicht verkaufen möchte, sondern sich als Dienstleister für die zu erledigenden Aufgaben begreift (siehe hier).

Mit dem Tesla zur Grillstube

Dabei ist der Unternehmensname „Perpetual Mobile“, übersetzt so viel wie „unaufhörlich in Bewegung“, bis heute Programm. Die Gründung erfolgte im Jahr 2011 in der Sattelkammer der Eltern, aufbauend auf Stationen bei Webagenturen und Softwareschmieden in Berlin und einem Studium der Computervisualistik in Koblenz, einer Mischung aus Kunst und Informatik.
Seit dem Start mit den beiden Kumpels Stephan Palmer und Falko Schindler schafft es Rodja, talentierte Entwickler und Ingenieure in die 12.000-Einwohner-Gemeinde bei Münster zu locken. Für ein kreatives Arbeitsumfeld sorgen lichtdurchflutete Büros in zwei mit Holzstegen verbundenen Bungalows. Durch die großen Glasflächen hat das Team auch seine Kunden gut im...