Am von Caroline Schulze Stumpenhorst

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Innovationspreis Moderne Landwirtschaft

Preis für den Blick ins Hühnerei

Das junge Münchner Projekt „Omegga“ wurde gestern im Rahmen des Berliner Abends des Forum Moderne Landwirtschaft (FML) mit dem Innovationspreis Moderne Landwirtschaft 2021 in der Kategorie „Forschung“ ausgezeichnet.

Der Innovationspreis Moderne Landwirtschaft (IML) wurde 2021 ins Leben gerufen und sucht nach zukunftsfähigen Lösungen für bestehende Herausforderungen – in den Kategorien Start-ups, Forschung und Kooperation. Nach der Kategorie „Start-up“, deren Gewinnerteam „Organifarms“ auf dem vergangenen f3-Scheunengespräch prämiert wurde, war nun die Kategorie Forschung dran. Hier wurden Projekte in einem frühen Entwicklungsstadium aus vor- oder nachgelagerten Bereichen der Landwirtschaft gesucht.
Der Gewinner in der Kategorie Forschung hieß gestern Abend Omegga. Das Start-up ermöglicht die Erkennung des Geschlechts von Hühnerembryonen durch die eigens entwickelte, nicht-invasive und kosteneffektive Technologie, die auf einer Spektralanalyse vor dem siebten Bruttag basiert – wenn das sensorische Empfinden des Hühnerembryos noch nicht entwickelt ist.

„Omegga“ gewinnt den Innovationspreis Moderne Landwirtschaft in der Kategorie „Forschung“. (Bildquelle: FML)

Innovation aus Deutschland, für die Landwirtschaft, mit einer skalierbaren und relevanten Methode – besser geht’s nicht.
Matthias Schulze Steinmann, Chefredakteur von f3 und top agrar
Allein in Deutschland bietet die Omegga-Technologie das Potenzial, jährlich bis zu 45 Mio. männliche Küken vor der Tötung zu bewahren und kann somit zur Lösung einer großen ethischen Herausforderung in der Legehennenwirtschaft beitragen. Ab 2022 wird das Kükentöten in Deutschland per Gesetz verboten sein. Die Omegga-Technologie bietet für die unter Druck geratenen deutschen Legehennenbetriebe eine zukünftig gesetzeskonforme Alternative. 

Stimmen zum Gewinner

Die Jury begründet ihre Entscheidung unter anderem wie folgt:
  • „…Omegga nimmt sich mit seinem besonders in die Zukunft gedachten Lösungsansatz einem ethisch und kommerziell höchst relevantem Thema an“
  • „…die Jury sieht hier ein großes Potenzial, auch und vor allem auf Grund der aktuellen Gesetzgebung“.
„Gerade in der Kategorie Forschung haben wir viele radikal neue Ansätze gesehen“, sagt Lea Fließ, Geschäftsführerin des Forums Moderne Landwirtschaft. Der Innovationspreis Moderne Landwirtschaft verschafft noch jungen Projekten Sichtbarkeit – darüber freue mich sehr.“ „Mit Omegga haben wir einen würdigen Sieger“, so Matthias Schulze Steinmann, Chefredakteur von f3 und top agrar. „Innovation aus Deutschland, für die Landwirtschaft, mit einer skalierbaren und relevanten Methode – besser geht’s nicht.“

Das Start-up „ORBEM“ aus München hat ein Bildgebungsverfahren entwickelt, mit dem das Geschlecht von Geflügelembryonen im Ei bestimmt werden kann. Für die berührungsfreie Untersuchung der...

Shortlist

Neben Omegga hatten es zwei weitere Projekte auf die Shortlist der Kategorie Forschung geschafft:
  • DaLeA aus Zehnhausen entwickelt bestehende, aber nicht erprobte und erforschte Lebendmulchsysteme weiter. Diese stellen eine Form des Mischfruchtanbaus dar, bei der ein Mischungspartner über einen längeren Zeitraum während der Vegetation der Hauptfrucht vornehmlich als lebender Bodendecker fungiert.
  • seedalive aus Osnabrück hat eine effiziente und reproduzierbare Methode zur Vorhersage der Keimfähigkeit von Pflanzensamen entwickelt. Gleichzeitig sind auch Vorhersagen über Keimruhe (Dormanz), den Alterungsverlauf der Samen und die Triebkraft der Keimlinge möglich.

Über das Forum Moderne Landwirtschaft e.V.:

Im Forum Moderne Landwirtschaft haben sich Verbände, Organisationen und Unternehmen der Agrarbranche zusammengeschlossen. Ihr gemeinsames Anliegen ist es, über die moderne Landwirtschaft zu informieren und den Dialog zwischen Gesellschaft und Landwirtschaft zu stärken. Der Verein zählt 60 Mitglieder und wird von rund 160 landwirtschaftlichen Betrieben unterstützt. Darüber hinaus umfasst das AgrarScout-Netzwerk rund 650 Landwirtinnen und Landwirte, die Öffentlichkeitsarbeit für die moderne Landwirtschaft machen. Weitere Informationen finden Sie hier: moderne-landwirtschaft.de