Am von Justin Brinkmann

Lehre und Forschung

Uni Hohenheim: Neuer Masterstudiengang „Agrarbiologie“ 

Die Fakultäten Naturwissenschaften und Agrarwissenschaften der Universität Hohenheim führen zum kommenden Wintersemester den neuen Masterstudiengang „Agrarbiologie“ mit 40 Studienplätzen ein.

Eine neue Generation von Expertinnen und Experten, die über klassische Disziplingrenzen hinwegdenken können: Diese möchte die Universität Hohenheim in Stuttgart im neuen Master „Agrarbiologie“ ab dem Wintersemester 21/22 mit 40 insgesamt Studienplätzen ausbilden. Neben den Absolventen des gleichnamigen Bachelor-Studiengangs richtet sich das neue Studienangebot u.a. an Studieninteressierte aus den Bereichen Agrarwissenschaft, Biologie, Bodenkunde, Ernährungswissenschaften, Lebensmittelwissenschaften, Biotechnologie, Bioenergie, Umweltwissenschaften oder Geoökologie. Die Bewerbung für das Wintersemester ist bis zum 15. Juni 2021 möglich.
„Wir reagieren auf eine starke Nachfrage seitens der Studierenden. Der bestehende Bachelor-Studiengang Agrarbiologie ist deutschlandweit einzigartig und ist bei Studieninteressierten sehr beliebt“, berichtet Prof. Dr. Jana Seifert vom Fachgebiet Funktionelle Mikrobiologie bei Nutztieren in einer Pressemitteilung. „Viele von ihnen wünschen sich, hier in Hohenheim noch ein Anschlussstudium absolvieren zu können.“ 

Studieninteressierte aus unterschiedlichen Bereichen willkommen

„Ansprechen wollen wir alle, die mit naturwissenschaftlichen Methoden an den drängenden Herausforderungen unserer Zeit arbeiten möchten, die mit dem Agrarbereich in Zusammenhang stehen“, ergänzt Prof. Dr. Andreas Schaller vom Fachgebiet Physiologie und Biochemie der Pflanzen. „Wir betrachten das Agrarökosystem in seinen vielfältigen Wechselwirkungen mit Umwelt, Boden, Atmosphäre und Klima.“
Nach den einführenden Grundlagen-Modulen zu Beginn können Studierende im weiteren Verlauf des Studiums eine von drei Vertiefungsmöglichkeiten wählen. Zur Auswahl stehen: „Pflanze, Boden & Atmosphäre“, „Tiere & Umwelt“ oder „Lebensmittel & Ernährung“.

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Breitgefächerte Berufsperspektiven

Ob Datenerhebung auf dem Feld, Auswertungen im Labor, Umgang mit großen Datensätzen, statistische oder biologische Interpretation von Ergebnissen: Die fachlichen Kompetenzen, die im neuen Masterstudiengang vermittelt werden, sollen vielfältig sein – entsprechend breit gefächert seien daher die möglichen Berufsfelder für Absolventen.
Die interdisziplinäre Perspektive der Agrarbiologie ist vielerorts gefragt. 
Prof. Dr. Andreas Schaller, Uni Hohenheim
„Egal, ob man sich später eher in der Forschungsabteilung eines großen Unternehmens, in Ministerien, Behörden, Unternehmensberatungen, Forschungsanstalten oder vielleicht sogar im selbst gegründeten Start-up sieht: Die interdisziplinäre Perspektive der Agrarbiologie ist vielerorts gefragt“, fasst Prof. Dr. Schaller zusammen. „Unter anderem in Bereichen wie Umwelt- und Naturschutz, Biotechnologie, Pflanzenzüchtung, Landwirtschaft, Lebensmittelproduktion, Landesplanung, Laboranalytik, Consulting oder im Qualitätsmanagement.“

Anschließende Promotion möglich 

Darüber hinaus hoffen die beiden Studiengangsleiter, dass sie einige der künftigen Masterstudierenden für eine anschließende Promotion an der Universität Hohenheim begeistern können. Denn tatsächlich ergeben sich, je nach Vertiefungsrichtung, vielfältige Anknüpfungspunkte mit interessanten Forschungsprojekten.
Prof. Dr. Jana Seifert steuert z.B. für die Vertiefungsrichtung „Tier & Umwelt“ ein Wahlmodul zur Interaktion zwischen Nutztieren und ihrem Mikrobiom bei: „Wir erforschen hier, wie die Abermilliarden Kleinstlebewesen, die den Verdauungstrakt von Kühen, Schweinen oder Geflügel besiedeln, zu Tiergesundheit und Tierwohl beitragen. Ein besseres Verständnis könnte helfen, Antibiotika zu reduzieren, die Fütterung zu optimieren, Ressourcen effizienter zu nutzen und somit die Umweltauswirkungen zu verbessern. Hierzu entsteht in den kommenden Jahren auf dem Campus ein deutschlandweit einzigartiges tierwissenschaftliches Zentrum, das mit über 50 Mio. € von Bund und Land gefördert wird.“

Prof. Dr. Seifert möchte u.a. zu mehr Tiergesundheit und Tierwohl beitragen um damit z.B. den Antibiotikaeinsatz reduzieren oder die Fütterung von Tieren optimieren zu können. Dies trägt indirekt zur besseren Ressourcennutzung und zu Umweltschutz bei.  (Bildquelle: ©ellisia - stock.adobe.com)

Prof. Dr. Andreas Schaller bietet ein Wahlmodul für den Bereich „Pflanze, Boden und Atmosphäre“ an, in dem es um die Interaktion zwischen Pflanzen und Schädlingen geht: „Mein Team und mich interessiert, wie Pflanzen auf molekularer Ebene auf Schadorganismen und ungünstige Umweltbedingungen reagieren. Hierzu konnten wir in den letzten Jahren spannende neue Erkenntnisse publizieren, die unser grundlegendes Verständnis dieser Prozesse enorm erweitert haben. Im Studiengang Agrarbiologie wollen wir den aktuellen Stand der Forschung vorstellen, um ihn für nachhaltige Strategien beim Management von Agrarökosystemen fruchtbar zu machen.“