Am von Caroline Schulze Stumpenhorst

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Wie die Saat, so das Surfbrett

Heute pflanzen, Jahrzehnte später ernten –so funktioniert Forstwirtschaft. Anders beim Blauglockenbaum: Von April bis Oktober wächst er fünf Meter. Vier Österreicher setzen auf das Edelholz und die Mehrfachnutzung der Ackerfläche. Sie betreiben Agroforst.

Wer heute einen Baum fällt, hat ihn mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht eigenhändig gepflanzt. Das durchschnittliche Wachstum einer Buche liegt bei rund 40 cm pro Jahr. Es dauert also mehrere Jahrzehnte bis zur Ernte. Darüber lacht der Blauglockenbaum und mit ihm vier junge Österreicher. Die Baumart schafft 5 m von April bis Oktober. Nach nur zwölf Jahren ist er erntereif.

Die Gründer des Start-ups „Plantownia“ aus der Steiermark wollen sich diese Schnellwüchsigkeit für die Holzernte zunutze machen. Ihre anderen Standbeine sind der Verkauf der Setzlinge und der Handel mit CO2-Zertifikaten. Die Brüder Matthias und Roland Gutmann sowie ihr Cousin Lukas Kniely und Dr. Herfried Eisler haben sich dafür auf die Fahne geschrieben, den Blauglockenbaum in der Holzindustrie bekannt zu machen.

Matthias Gutman (Bildquelle: Plantownia)

Agroforst ist im Kommen

„Man nehme einen Acker und pflanze neben eine Baumreihe eine Feldfrucht und wieder eine Baumreihe“, erklärt Matthias. Was man dann neben Holz ernten kann, sind Schatten und Windschutz für die Ackerkultur, Steigerung der Biodiversität und die Förderung der Insekten. Das nennt man Agroforst. Matthias betrachtet das neuartige Ackerbaukonzept nicht als „Hektarfraß", sondern als Standbein für Landwirte. „Ein Faktor ist der Humusaufbau und die CO2-Speicherung solcher Flächen.

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