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Geld für Laborfleisch, Labormilch und Lieferdienste

In diese Food-Trends flossen im Januar wieder Millionengelder. (Illustration: stock.adobe.com/wei)

Noch findet sich in deutschen Supermarktregalen weder Fleisch, noch Milch aus dem Labor. Dennoch - oder gerade deshalb - fließt derzeit immer wieder Risikokapital in die Technologie. In dieser Woche sind uns gleich drei Finanzmeldungen aufgefallen, die Einfluss auf künftige landwirtschaftliche Geschäftsmodelle nehmen könnten.

161 Mio. US-$ für Memphis Meats

Sage und schreibe 161 Mio. US-Dollar sammelte das kalifornische Start-up "Memphis Meats" kürzlich ein. Medienberichten zufolge will das Unternehmen das Geld dazu einsetzen, eine Pilotproduktionsanlage zu bauen, die das In-vitro-Fleisch vom Labor-Maßstab auf den Massenmarkt bringt. Wann genau das zellbasierte Fleisch beim Verbraucher ankommen soll, wurde nicht bekannt.

Laut Forbes Magazine sind an der B-Series Finanzierung die SoftBank-Gruppe, VC-Investor Norwest und Temasek aus Singapur beteiligt. Demnach ist erstmals auch ein asiatischer Investor beteiligt, der eine strategische Nähe zum wertvollen asiatischen Markt bringen könnte. Unter den neuen und alten Investoren finden sich auch IT-Unternehmer Bill Gates, Richard Branson (Virgin Group) sowie Threshold Ventures, Cargill, Tyson Foods, Kimbal Musk, Fifty Years und CPT Capital.

https://f3.de/kaese-aus-dem-labor/

4 Mio. € für Legendairy Foods

Auch Käse aus dem Labor hat kürzlich die Aufmerksamkeit von Investoren auf sich gezogen. So berichtet bioökonomie.de, dass das Berliner Start-up "Legendairy Foods" 4 Mio. € eingesammelt hat. Geldgeber waren demnach der zum Pharmakonzern Merck gehörende VC-Investor "Agronomics" sowie M Ventures und CPT Capital. Der Frühphaseninvestor Atlantic Food Labs war bereits seit Gründung am Start-up beteiligt. Wie genau die Herstellung des Käses ablaufen soll, hat Gründer Raffael Wohlgensinger im vergangenen Jahr im Gespräch mit f3 erläutert.

Carrefour übernimmt dritten Lebensmittellieferdienst

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Wo das Geld hinfließt, dort stecken die vermeintlichen Trends von morgen. Diese drei aktuellen Finanzmeldungen geben jedenfalls Einblicke, auf welche Wetten Investoren im AgriFood-Bereich ihr Geld setzen.

Noch findet sich in deutschen Supermarktregalen weder Fleisch, noch Milch aus dem Labor. Dennoch – oder gerade deshalb – fließt derzeit immer wieder Risikokapital in die Technologie. In dieser Woche sind uns gleich drei Finanzmeldungen aufgefallen, die Einfluss auf künftige landwirtschaftliche Geschäftsmodelle nehmen könnten.

161 Mio. US-$ für Memphis Meats

Sage und schreibe 161 Mio. US-Dollar sammelte das kalifornische Start-up „Memphis Meats“ kürzlich in einer B-Finanzierungsrunde ein. Medienberichten zufolge will das Unternehmen das Geld dafür einsetzen, eine Pilotproduktionsanlage zu bauen, die das In-vitro-Fleisch vom Labor-Maßstab auf den Massenmarkt bringt. Wann genau das zellbasierte Fleisch beim Verbraucher ankommen soll, wurde nicht bekannt. Noch hat keiner der zahlreichen In-vitro-Akteure ein marktreifes Produkt vorzuweisen.

Laut Forbes Magazine sind an der Finanzierung die SoftBank-Gruppe, VC-Investor Norwest und Temasek aus Singapur beteiligt. Demnach ist erstmals auch ein asiatischer Investor beteiligt, der eine strategische Nähe zum wertvollen asiatischen Markt bringen könnte. Unter den neuen und alten Investoren finden sich auch IT-Unternehmer Bill Gates, Richard Branson (Virgin Group) sowie Threshold Ventures, Cargill, Tyson Foods, Kimbal Musk, Fifty Years und CPT Capital.

4 Mio. € für Legendairy Foods

Auch Käse aus dem Labor hat kürzlich die Aufmerksamkeit von Investoren auf sich gezogen. So berichtet bioökonomie.de, dass das Berliner Start-up „Legendairy Foods“ 4 Mio. € eingesammelt hat. Geldgeber waren demnach der zum Pharmakonzern Merck gehörende VC-Investor „Agronomics“ sowie M Ventures und CPT Capital. Der Frühphaseninvestor Atlantic Food Labs war bereits seit Gründung am Start-up beteiligt. Wie genau die Herstellung des Käses ablaufen soll, hat Gründer Raffael Wohlgensinger im vergangenen Jahr im Gespräch mit f3 erläutert.

Carrefour übernimmt dritten Lebensmittellieferdienst

Das französische Einzelhandelsunternehmen „Carrefour“ setzt weiter auf Start-ups, die regional erzeugte Lebensmittel, Mahlzeiten und Kochboxen bis zum Verbraucher ausliefern. Das vermeldete der Agrarpressedienst AgE in dieser Woche. Demnach investieren die Franzosen schon seit längerem in Wettbewerber des bekannten Start-ups „Hello Fresh“. So hatten sich die Franzosen im Jahr 2018 bereits eine Mehrheitsbeteiligung am Kochboxen-Start-up „Quitoque“ gesichert. Danach folgte die Übernahme des Mittagessen-Lieferdienstes „Dejbox“ zu Jahresbeginn.

Die Brüder Damien & Yoann gründeten Potager City. (Foto: Potager City)

Die jüngste Beteiligung dieser Art ist nun die Übernahme des Jungunternehmens „Potager City„, die online bestelltes, saisonales Obst und Gemüse ausliefern. Das Start-up bezieht die Lebensmittel nach AgE-Angaben von rund 750 lokalen Erzeugern und beschäftigt 110 Mitarbeiter. Ausgehend von sieben Logistik-Stützpunkten beliefere das Start-up bereits mehr als 3300 Annahmestellen in 350 Städten.