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Geschlechtsbestimmung im Ei: Evonik investiert in Start-up free

Das niederländische Start-up "In Ovo" arbeitet an der Geschlechtsbestimmung von Eiern. Es sammelte jetzt mehrere Mio. Euro ein. (Foto. Evonik, In Ovo)

Das Start-up „In Ovo“ arbeitet an einem praxisnahen Verfahren zur Geschlechtsbestimmung im Ei. Es hat jetzt mehrere Millionen Euro eingesammelt. Das Verfahren soll 2020 auf den Markt kommen.

Evonik hat über seine Venture-Capital-Einheit in das niederländische Biotechnologie Start-up In Ovo investiert, das nach eigenen Angaben eine verlässliche und schnelle Methode zur Geschlechtsbestimmung im Ei entwickelt hat. Derzeit funktioniere das Verfahren erst im Labor. Das frische Kapital soll dazu genutzt werden, einen Prototypen zur Geschlechtsbestimmung in der Praxis zu entwickeln. Das erste kommerzielle Produkt wird voraussichtlich im Jahr 2020 auf den Markt gebracht.

Die Investition, deren Gesamtumfang laut Pressemitteilung bei mehreren Millionen Euro liegt, ist Teil einer Serie-A-Finanzierung, an der außer Evonik der in Singapur ansässige Risikokapitalfond VisVires New Protein maßgeblich beteiligt ist. Hinzu kommt eine Beteiligung der Universität Leiden. 

Lösung für Praxis der Brutbetriebe?

Noch funktioniert das Verfahren der beiden Gründer nur im Labor. Jetzt soll es praxistauglich gemacht werden. (Foto: Evonik Industries, In Ovo, Niederlande)

In Ovo habe eine schnelle und verlässliche Methode zur Geschlechtsbestimmung im Ei entwickelt, die sich problemlos in den Arbeitsablauf großer Brutbetriebe integrieren lasse, heißt in einer heute veröffentlichten Pressemitteilung. Die Technologie wird demnach mit einem System kombiniert, das die Verarbeitung der großen Anzahl zu untersuchender Eier ermöglicht. In großen Brutbetrieben müssen täglich etwa 100.000 Eier analysiert werden.

Die Methode zur Geschlechtsbestimmung im Ei lasse sich problemlos in den Arbeitsablauf großer Brutbetriebe integrieren.

Auszug Pressemitteilung 

In Ovo wurde 2013 von dem Biomediziner Wil Stutterheim und dem Biologen Wouter Bruins gegründet, die sich an der Universität Leiden kennengelernt hatten. Die Technologie beruht auf den von den Gründern entdeckten Biomarkern, mit deren Hilfe sich das Geschlecht von Kükenembryos im Ei zuverlässig bereits frühzeitig  nach der Befruchtung bestimmen lässt. Hierfür wird ein winziges und wieder verschließbares Loch in das Ei eingebracht. Dies war viele Jahre lang ein Standardverfahren für die Impfung von Hühnerembryos im Ei. Es wird eine Probe entnommen und mittels Massenspektrometrie auf den von In Ovo entdeckten und patentierten Biomarker untersucht. In Ovo will das investierte Kapital für die Weiterentwicklung der Technologie einsetzen, bis diese kommerziell in Brutbetrieben eingesetzt werden kann. Dies sei für das Jahr 2020 angesetzt.

Im Labor dauert es nur eine Sekunde

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Allein in Deutschland werden pro Jahr nach Schätzungen etwa 48 Millionen männliche Küken aus Legehennen-Brutbetrieben an ihrem ersten Lebenstag getötet. Weltweit wird diese Zahl auf 3,2 Milliarden geschätzt. Der Grund dafür: In der Geflügelzucht werden männliche Tiere nicht aufgezogen, da sie weder Eier legen noch für die Fleischproduktion geeignet sind.

In den kommenden Monaten planen die Gründer von In Ovo eine Zusammenarbeit mit deutschen und niederländischen Partnern zur Entwicklung eines Prototyps, der große Mengen Eier rasch und verlässlich analysieren und sortieren kann. Im Labormaßstab benötigt In Ovo derzeit eine Sekunde, um ein Ei zu analysieren. Diese Zeit soll nun auf einige Mikrosekunden pro Ei verkürzt werden. Das Unternehmen nutzt darüber hinaus vorhandene und bewährte Technologien für das Sortieren und die Handhabung großer Mengen Eier. 

Evonik investiert in Animal Nutrition

Als Teil seiner Risikokapital-Aktivitäten plant Evonik Investitionen im Umfang von insgesamt 100 Millionen Euro in vielversprechende Start-ups mit innovativen Technologien und in führende Spezial-Risikokapitalfonds. Der Schwerpunkt liegt hier auf den Wachstumskernen von Evonik, Health & Care, Smart Materials, Animal Nutrition und Specialty Additives sowie auf der Digitalisierung. Aktuell ist Evonik an mehr als 20 Start-ups und Risikokapitalfonds beteiligt.

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