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Gründen Frauen anders? free

Frauen verfolgen häufig andere Ziele als Männer bei einer Unternehmensgründung. (Foto: pexels / Startup Stock Photos)

Frauen bilden in der Start-up-Szene immer noch eine deutliche Minderheit. Das ergab eine Befragung von fast 3.800 Gründern und Gründerinnen. Warum ist das so?

Die hiesige Gründerszene ist vor allem eins: Männlich. Der Frauenanteil in der Start-up-Szene liegt bei nur 15,1 %. Zu diesem Schluss kommen der „Bundesverband Deutsche Startups e.V.“ in Zusammenarbeit mit „Google for Startups“ in der aktuellen zweiten Auflage des „Female Founders Monitor“. Von den insgesamt 3.747 befragen Personen sind sage und schreibe 3.181 Gründer und mit weitem Abstand 566 Gründerinnen.

Der Großteil der Start-up Gründungen (84,9 %) erfolgt durch Männer. (Illustration: Female Founders Monitor 2019)

Merkmale von Female-Start-ups

Der Female Founders Monitor fand auch heraus: Frauen verfolgen im Gegensatz zu ihrem männlichen Pendant häufig andere Ziele mit einem Start-up. Sie gründen meist nicht, um viel Geld zu verdienen. Sondern sie sind vermehrt an gesellschaftlichen und sozialen Themen interessiert, etwa dem Wunsch zu mehr Nachhaltigkeit.

Es gibt nach wie vor zu wenige Gründerinnen in Deutschland.

Mayra Frank, Google for Start-ups

Zudem sind Start-ups in Frauenhand weniger im technikintensiven Sektor aktiv. Nur 8,3 % der Gründerinnen sind in dem Bereich Informations- und Kommunikationtechnologie angesiedelt. 35,8 % sind es bei den Männern. Die Studie erklärt, dass dies eng mit dem geringen Anteil von Frauen mit MINT-Hintergrund zusammenhängt. Frauen gründen vermehrt in Geschäftsbereichen wie Ernährung und Lebensmittel (Frauen: 11,3 %, Männer: 3,7 %) oder in der Textilbrache (Frauen: 12 %, Männer: 1,6 %).

Branchen der Start-up-Gründungen aufgeteilt nach Frauen und Männer. (Grafik: Female Founders Monitor 2019)

Noch eine Besonderheit fand die Studie heraus: Start-ups von Frauen sind in der Regel kleiner und wollen sich stabil entwickeln, während sie weniger Risiko eingehen. Das äußert sich insgesamt in einer wesentlich geringeren Kapitalausstattung, analysiert der Female Founders Monitor.

„Start-up-Gemeinschaft muss vielfältiger werden“

Der Studie zufolge spielt die Vereinbarkeit von Familie und Beruf in der weiblichen Gründerszene eine größere Rolle als bei Männern und hat einen deutlichen Einfluss auf die Arbeitsorganisation von Gründerinnen. So streben sie flexiblere Arbeitszeiten an, artikulieren aber auch wichtige Forderungen zur Verbesserung von Vereinbarkeit von Familie und Beruf.

Der Monitor unterstreicht, dass mehr Frauen gründen sollten. „Die Start-up-Gemeinschaft muss vielfältiger werden. Es gibt nach wie vor zu wenige Gründerinnen in Deutschland“, stellt Mayra Frank von Google for Start-ups fest. Kleiner Trost: Der Anteil der Gründerinnen stieg in den letzten Jahren leicht, aber kontinuierlich an.

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